Ärzte Zeitung online, 30.12.2016
 

Forsa-Umfrage

Pflegebedürftige: Im Südwesten weniger Kontakte

46 Prozent der Deutschen haben mehrmals in der Woche Kontakt zu Pflegebedürftigen. Baden-Württemberg allerdings meldet andere Zahlen.

STUTTGART. In Baden-Württemberg haben bundesweit die wenigsten Menschen mit der Pflege eines Angehörigen in den eigenen vier Wänden oder in einem Pflegeheim zu tun. Das ergab eine aktuelle Forsa Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK).

Während bundesweit 46 Prozent der Befragten täglich oder mehrmals die Woche Kontakt zu einem Pflegebedürftigen haben, trifft dies in Baden-Württemberg nur auf gut ein Drittel zu. Zwar werden auch im Südwesten 70 Prozent der rund 300 000 Pflegebedürftigen zu Hause betreut, und davon wiederum 70 Prozent von den eigenen Angehörigen, aber insgesamt ist die Pflegequote mit 2,8 Prozent der Bevölkerung deutlich niedriger als bundesweit (3,3 Prozent).

Über 90 Prozent der Befragten in Baden-Württemberg ist gleichwohlbewusst, dass die gesetzliche Pflegeversicherung nur einen Teil der Kosten abdeckt, die bei Pflegebedürftigkeit anfallen. Ausreichend vorgesorgt hat nach eigener Einschätzung allerdings nur ein Drittel.

"Bedenklich ist, dass 30 Prozent der "Nachlässigen" die Wahrscheinlichkeit ein Pflegefall zu werden, für gering halten", erklärt Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung in Stuttgart. Schon jetzt läge die Pflegewahrscheinlichkeit bei den über 80-Jährigen bei annähernd 30 Prozent. Außerdem müssten künftig vermutlich mehr Menschen kostenintensiver im Heim gepflegt werden. (fuh)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Es kommt Schwung in die Entwicklung neuer Psychopharmaka

Bald könnte es einen Schub für die Entwicklung neuer Psychopharmaka geben. Denn Forscher finden immer mehr über die Entstehung psychischer Erkrankungen heraus. mehr »

Spielt Krebs eine Rolle beim plötzlichen Kindstod?

Ein plötzlicher Kindstod bei einer unbekannten neoplastischen Erkrankung ist selten, aber kommt vor. Das ist das Ergebnis einer britischen Studie. mehr »

Patienten sollen Verdacht auf Nebenwirkung melden

Alle europäischen Arzneimittelbehörden fordern in einer gemeinsamen Kampagne Patienten auf, ihnen verstärkt Verdachtsfälle von Nebenwirkungen zu melden. mehr »