Ärzte Zeitung online, 13.01.2017

Blutzuckerkontrolle

Scannen statt stechen

Noch mehr Diabetiker, die eine intensivierte Insulintherapie benötigen, können seit Jahresbeginn, auf den lästigen Piks bei der BZ-Messung verzichten. Drei große Krankenkassen erstatten nun die Flash-Glucose-Messung.

Scannen statt stechen

© Abbott Diabetes Care

NEU-ISENBURG. Bereits seit knapp einem halben Jahr übernehmen die Techniker Krankenkasse (TK) und DAK-Gesundheit (DAK) für insulinpflichtige Diabetiker die Kosten für das Flash Glukose Messsystem (FGM) FreeStyle Libre, das über einen Sensor am Oberarm die Messung vornimmt.

Seit Januar 2017 können nun auch die bei der AOK Plus versicherten Diabetiker mit intensivierter Insulintherapie die neue Messoption in Anspruch nehmen. Die Kosten für das Lesegerät und für die Sensoren übernimmt die sächsisch-thüringische Gesundheitskasse.

Der Patient trägt nur die gesetzlich vorgeschriebene Zuzahlung. Die Satzung der AOK PLUS wurde entsprechend erweitert. Damit entfällt für die Betroffenen das häufige Pieksen und Hantieren mit "blutigen" Teststreifen.

Voraussetzung ist nach Angaben der Krankenkasse, dass der behandelnde Facharzt die Notwendigkeit dieser Versorgung bestätigt und entsprechend verordnet hat. Vor Versorgungsbeginn muss die Genehmigung bei der AOK PLUS eingeholt werden.

Das Messsystem funktioniert so: Am Oberarm wird ein Sensor, etwa so groß wie eine 2-Euro-Münze, aufgeklebt. Der Fühler liegt dicht unter der Haut, misst und speichert permanent den aktuellen Glukosewert. Ebenso werden der Glukoseverlauf der letzten acht Stunden und ein Trendpfeil aufgezeigt. Der Sensor kann bis zu 14 Tage am Körper bleiben.

Als Satzungsleistung bieten außerdem die KKH, die Mobil Oil , die Knappschaft, die SBK sowie die Audi BKK das neue Messsystem an. Was die Patienten freut, ist allerdings für die Apotheken ein Ärgernis. Anders als andere Blutzuckermesssysteme kann das Sensorgerät nicht über die Apotheke bezogen werden. Es wird nur vom Hersteller Abbott über einen eigenen Shop vertrieben. (run)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Schutz durch ASS wird durch Risiko ausgeglichen

Nach den Ergebnissen einer Metaanalyse von 13 Studien hat ASS in der Kardio-Prävention zwar einen Nutzen – doch wird er durch das Blutungsrisiko praktisch egalisiert. mehr »

Reform von §219a sorgt weiterhin für Zwist

Im Bundestag soll heute in erster Lesung über die Reform des Paragrafen 219a zum Werbeverbot für Abtreibungen abgestimmt werden. Die FDP krätscht allerdings zwischen den mühsam gefundenen Kompromiss der Koalition. mehr »

Schützt Bildung vor Demenz?

Wer sein Gehirn zeitlebens fit hält und seine kognitiven Fähigkeiten trainiert, hat ein geringeres Demenzrisiko, so die verbreitete Annahme. US-Forscher wecken an der These der kognitiven Reserve nun Zweifel. mehr »