Ärzte Zeitung, 27.04.2017
 

TK-Umfrage

Top-Noten für die Versorgung

Kritik ohne Ende am Gesundheitswesen? Keineswegs, die allermeisten Deutschen geben gute Noten.

Top-Noten für die Versorgung

84 Prozent der Menschen in Deutschland haben eine positive Meinung über Strukturen, Institutionen, Regeln und Prozesse im deutschen Gesundheitswesen.

© fotogestoeber/Fotolia

BERLIN. 84 Prozent der Menschen in Deutschland haben eine positive Meinung über Strukturen, Institutionen, Regeln und Prozesse im deutschen Gesundheitswesen. Das zeigt der aktuelle "TK-Meinungspuls", eine repräsentative Befragung, die die Techniker Kasse am Mittwoch vorgestellt hat. Seit dem ersten Meinungspuls 2003 sind die Zustimmungsraten laut TK kontinuierlich gestiegen.

Drei Viertel der Menschen, die grundsätzlich Zustimmung zum Versorgungssystem signalisieren, halten aber Reformen durchaus für notwendig. Dazu gehört der stärkere Ausbau des Wettbewerbsprinzips – mit Blick auf Kassen, Kliniken, Niedergelassene, Arzneimittelhersteller und Apotheker. 52 Prozent der Bürger befürworten diesen Wettbewerb. Die meisten von ihnen versprechen sich davon Vorteile, zugleich besteht aber ein breiter Konsens, dass Solidarität und Wettbewerb sich nicht ausschließen dürfen. Die Botschaft: Kein Bürger sollte abgehängt werden.

Deutlich gestiegen ist in den vergangenen Jahren die Wahrnehmung, das deutsche Gesundheitswesen sei gerecht. 58 Prozent der Befragten vertreten diese Auffassung, 2014 waren es noch 51 Prozent gewesen.

Allerbeste Noten gibt es für das Solidarsystem. 88 Prozent der 18- bis 39-Jährigen äußern sich zustimmend, bei den über 40-Jährigen ist die Unterstützung mit 80 Prozent kaum geringer. Zwei Drittel der Befragten vertreten die Ansicht, der Solidargedanke werde im jetzigen Gesundheitssystem gut umgesetzt.

Für die Zukunft erwarten 91 Prozent steigende Beiträge. Und mehr als jeder Zweite (54 Prozent) rechnet mit einem eingeschränkten Leistungsangebot der Kassen.

Ein differenziertes Bild ergibt sich bei der Frage, wie sich die Qualität der medizinischen Versorgung im ambulanten und stationären Bereich entwickeln wird. Sie wird besser, sagen 14 Prozent. Sie bleibt unverändert, erwarten 55 Prozent der Bürger. Immerhin 43 Prozent gehen aber davon aus, dass die Qualität sinken wird.

Digitale Technologien und Vernetzung sind für die medizinische Forschung aus Sicht der Bürger von fundamentaler Bedeutung. Sie machen Hoffnung auf Fortschritt und bessere Qualität. Davon sind acht von zehn Menschen überzeugt.

Erwartet wird vor allem eine steigende Behandlungsqualität, weil sich Ärzte besser und schneller austauschen können – mit positiven Auswirkungen für die eigene Gesundheit.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hatte im Auftrag der TK im Januar und Februar 2017 repräsentativ 2001 Erwachsene zum Gesundheitssystem befragt. (fuh)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt.Einige Frauen schützt eine vaginale Hormonapplikation davor. mehr »

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie Multimorbidität

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »