Ärzte Zeitung online, 06.06.2017

Bürgerversicherung

Bundesrat weist Vorstoß zur Parität zurück

BERLIN. Der Bundesrat hat eine Entschließung durchfallen lassen, in der erste Schritte Richtung Bürgerversicherung gefordert werden. Der Antrag von Thüringen und Berlin fand am Freitag keine Mehrheit in der Länderkammer.

Darin wird gefordert, Beamten einen "freiwilligen, bezahlbaren Zugang zur GKV" zu ermöglichen. Die rund 1,7 Millionen Beamten erhalten bisher – anders als Angestellte – keinen Zuschuss zu ihrer Krankenversicherung. Viele von ihnen würden sich aber lieber in der GKV versichern, sagte Heike Werner (Linke), Gesundheitsministerin in Thüringen.

Zudem wird vorgeschlagen, den Mindestbetrag, den Selbstständige für die GKV zahlen müssen, zu halbieren. Die Gruppe der Solo-Selbstständigen müsse im Schnitt 46 Prozent ihres Einkommens für die GKV aufwenden, so Werner. In der Entschließung wird außerdem dafür plädiert, zur paritätischen Finanzierung in der GKV zurückzukehren.

Der Deutsche Ärztetag hat erst kürzlich in Freiburg klar Position gegen die Bürgerversicherung gezogen. "Die Bürgerversicherung ist viel ungerechter als unser heutiges System. Käme sie, gäbe es sofort einen riesigen Markt für zusätzliche Gesundheitsleistungen und zusätzliche Versicherungen", sagte Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery bei der Eröffnung .(fst)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Freizeitsportler gefährden ihre Herzgesundheit mit Doping

Fast jeder sechste Freizeitsportler nimmt inzwischen herzschädigende Arzneimittel zur Verbesserung von Fitness und Körperoptik. Vor allem der Anteil weiblicher User steigt. mehr »

Kassen und Ärzte trennen beim Honorar "Äonen"

Heute beginnen die Verhandlungen von Vertragsärzten und Krankenkassen über das Honorar 2019. Eine schnelle Einigung scheint nicht in Sicht. mehr »

Welche Bakterien mit uns U-Bahn fahren

In der Hongkonger U-Bahn sind morgens andere Keime zu finden als im abendlichen Berufsverkehr. Gefährlicher sind Metro-Linien mit höherem Verkehrsaufkommen aber wohl nicht, wie eine Studie ergeben hat. mehr »