Ärzte Zeitung online, 10.08.2017
 

Bürgerversicherung

Mehr als ein Glasperlenspiel

Ein Kommentar von Hauke Gerlof

Zahlen bei Einführung der Bürgerversicherung am Ende die GKV-Versicherten und die Arbeitgeber drauf, weil dann der Beitragssatz steigen würde? Die Antwort auf diese Frage hängt auch von den Grundannahmen ab, die einem Modellszenario zugrunde liegen.

Die aktuelle Studie des Instituts für Mikrodatenanalyse in Kiel hat eine Steigerung des Beitragssatzes für GKV-Versicherte um 1,5 Prozentpunkte errechnet – unter der Voraussetzung, dass die Einführung "ausgabenbudget-neutral" erfolgt, das heißt, die Ausgaben für das Gesundheitswesen sollen gleich bleiben.

Der dahinter liegende Grundgedanke ist nicht falsch: Bisher geht für die meisten niedergelassenen Ärzte die Mischkalkulation einer Behandlung von Kassenpatienten und Privatpatienten einigermaßen auf. Gäbe es plötzlich nur noch Kassenpatienten, dann kämen nicht wenige Ärzte in finanzielle Schwierigkeiten. Schon die Bertelsmannstiftung hatte in ihrer Studie zur Überführung von Beamten von der Beihilfe in die GKV angeregt, die Leistungserbringer müssten in einem solchen Fall eine Kompensation erhalten.

Dass solche Gedanken mehr sind als ein Glasperlenspiel, zeigen die aktuellen Pläne aus Hamburg. Die Diskussion über die Bürgerversicherung hat wieder Fahrt aufgenommen.

Lesen Sie dazu auch:
Studie: Bürgerversicherung könnte für GKV-Versicherte teuer werden

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