Ärzte Zeitung online, 08.11.2017

Mehr Arbeitsanreize

Wirtschaftsweisen für GKV-Beitragsänderung

Ein künftiges Jamaika-Regierungsbündnis sollte den Bürgern mehr Nettolohn übrig lassen, fordern die Wirtschaftsweisen. Sie plädieren auch erneut für eine Neugestaltung des GKV-Beitrags.

Wirtschaftsweisen für GKV-Beitragsreform

458 Seiten dick: Bundeskanzlerin Merkel hält das Gutachten der Wirtschaftsweisen in ihren Händen.

© Michael Kappeler / dpa

BERLIN. Die sogenannten Wirtschaftsweisen haben ihr Jahresgutachten vorgestellt. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung – so der korrekte Titel des Gremiums – übergab sein Gutachten heute an Bundeskanzlerin Merkel (CDU). Es trägt den Titel "Für eine zukunftsorientierte Wirtschaftspolitik".

Um mehr Arbeitsanreize zu schaffen, fordert der Rat erneut, dass Ehepartner in der GKV künftig nicht mehr beitragsfrei mitversichert werden sollen. Diese Forderung nach einer "Bürgerpauschale mit integriertem Sozialausgleich" hatten die Fachleute bereits 2013 und 2016 hervorgebracht.

Bürger entlasten

In dem Bericht plädieren die Wirtschaftsexperten ebenfalls für eine Senkung der Sozialabgaben, um die Bürger zu entlasten – insbesondere die Mittelschicht. So sollten die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung um 0,5 Prozentpunkte auf 2,5 Prozent gesenkt werden.

Diese Entlastung sei möglich, da die Wirtschaftslage sich auf einem guten Weg befinde: Der Rat prognostiziert, dass das Wirtschaftswachstum dieses Jahr bei 2,0 Prozent liegt und korrigiert die Erwartung für 2018 auf 2,2 Prozent. (ajo)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Auf Frühstück zu verzichten erhöht Diabetes-Gefahr

Wer das Frühststücken auslässt, erhöht damit womöglich das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Eine Metaanalyse mit fast 100.000 Teilnehmern zeigt: Die Gefahr wächst mit den Tagen. mehr »

Grünes Licht für die MWBO-Novelle

Weniger Richtzeiten und kompetenzbasiertes Lernen: Der Vorstand der Bundesärztekammer hat die Novelle der (Muster-)Weiterbildungsordnung beschlossen. mehr »

Verdacht auf Kindesmisshandlung? Das sollten Ärzte dann tun

Haben Ärzte den Verdacht, dass ein Kind vernachlässigt, misshandelt oder gar missbraucht wird, sollten sie umgehend tätig werden. Wie sie vorgehen sollten, erläutert Oliver Berthold, Leiter der Kinderschutzambulanz in Berlin. mehr »