Ärzte Zeitung online, 21.11.2017
 

TK-Chef im Interview

Baas fordert Reform der Arztvergütung

Gleiches Honorar für die Behandlung von Privat- und Kassenpatienten: Diese Forderung stellt TK-Chef Baas in einem Interview.

"Wir haben zu wenig Hausärzte"

Fordert eine Angleichung der ärztlichen Honorare für Kassen- und Privatpatienten. TK-Vorstandsvorsitzender Dr. Jens Baas (Archivbild).

© Daniel Reinhardt / dpa

BERLIN. Um eine bessere Arzt-Verteilung zu erreichen, plädiert der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse, Dr. Jens Baas, für eine einheitliche Vergütung von Ärzten für Kassen- und Privatpatienten. Das sagte Baas im Interview mit der "Rheinischen Post". Dadurch würden auch "Anreize verschwinden, die Patienten unterschiedlich zu behandeln". Für eine Bürgerversicherung sprach sich der Vorstandsvorsitzende der TK aber nicht aus.

Zudem hat Baas einen Ärztemangel in Deutschland bestritten. Es gebe genug Ärzte, diese seien aber falsch verteilt. "Wir haben zu wenig Hausärzte und zu viele Fachärzte", konkretisierte Baas. Weiterhin kritisierte der TK-Chef, dass Fachärzte Gegenden bevorzugten, in denen viele Privatpatienten lebten. Dies sei schlecht für die Gesellschaft.

Außerdem mahnte er eine Reform des Risikostrukturausgleichs an. Er müsse vereinfach werden, um das sogenannte Upcoding zu verhindern. Auch müssten Kassen für Hartz-IV-Empfänger mehr Geld zugewiesen bekommen. (ajo)

[22.11.2017, 22:36:08]
Dipl.-Med Peter Sturm 
Ärztehonorar
Das Leben in strukturschwachen Regionen ist offenbar deutlich weniger lukrativ als im Ballungsraum, Stichpunkte Einkaufsmöglichkeiten, Freizeitangebote, Kultur, Verkehrsanbindung. Wenn man die Überversorgung in den Ballungsräumen abbauen und die Ärzte motivieren will, sich in strukturschwachen Regionen niederzulassen, dann geht das nur über das Honorar. Das müßte man an die Einwohnerzahl des Praxissitzes koppeln, so daß der Kollege im 300-Seelen-Dorf für die gleiche Arbeit deutlich(!!!) mehr Geld erhält als der Kollege in der City. Gleichzeitig muß man dafür sorgen, daß Praxen im überversorgten Gebiet nicht nachbesetzt und die zahlreichen Klinikambulanzen auf ein vertretbares Maß reduziert werden. Anders wird es auf Dauer nicht funktionieren. zum Beitrag »
[21.11.2017, 16:22:35]
Wolfgang Wannoff 
Eine Frage der Definition
Ärztemangel, überlange Wartezeiten etc. sind keine physikalische Größe. Es handelt sich hierbei um Begriffe die einer definition bedürfen. Vergleicht man Deutsche Kennzahlenn mit denen anderer Länder ergibt sich lt. Dutschnitt der OECD Zahlen de facto eine Überversorgung mit Ärzten per capita.Das gilt übrigens auch für die Anzahl der KH-Betten, der Arztbesuche, Liegetage im KH etc. Kurioserweise sieht es bei Morbidität und Mortalität nicht gleichfolgend günstig aus. Auch dieser Umstand ist stark interpretationsfähig. Aber Herr Baas hat recht, im Wesentlichen gibt es in Deutschland eine stark heterogene Verteilung von Haus und anderen Fachärzten zu ungunsten strukturschwacher Regionen. Das gilt sowohl in den Flächsstaaten als auch in den Stadtstaaten wie z.B. Hamburg.
Die Frage ist was kann man dagegen tun? zum Beitrag »
[21.11.2017, 14:25:54]
Dr. Fritz Lax 
Ärztemangel
Wo sieht Herr Baas eine fachärztliche Überversorgung? Um mich rum nur Facharztpraxen mit langen Wartezeiten.
F. Lax FA f Dermtologie  zum Beitrag »
[21.11.2017, 14:23:38]
Dr. Fritz Lax 
Ärztehonorar
... Wenn das Honorar der GKV auf das Niveau der PKV angehoben wird, werde ich reich und die Kassen arm.
... wenn das Honorar der PKV auf das Niveu der GKV gesenkt wird gehen wir Ärzte am Stock...
Honorarzuwächse im GKV Bereich werden der Gesellschaft zu teuer... zum Beitrag »

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