Ärzte Zeitung online, 12.12.2017

2018

Kassen senken Zusatzbeiträge mehrheitlich nicht

Der durchschnittliche Zusatzbeitrag sinkt 2018 – so will es Ressort-Chef Gröhe. Die meisten Kassen-Chefs bewerten die Lage anders.

BERLIN. Krankenkassen halten ihren Zusatzbeitragssatz für 2018 überwiegend stabil. In den kommenden Tagen werden viele weitere Kassen über die Höhe des Obolus entscheiden. Bisher folgen die Kassenmanager mehrheitlich nicht der Senkung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags auf 1,0 Prozent. Viele Kassenverbände haben diese Festlegung durch das Bundesgesundheitsministerium harsch kritisiert. Dass Ressort-Chef Hermann Gröhe bei den Kassen "Spielräume für hochwertige Leistungen bei attraktiven Beiträgen" ausmachte, vergrätzte viele Kassenmanager. Insgesamt ergibt sich für 2018 ein durchschnittlicher Beitrag von 15,6 Prozent:

» AOK: Die AOK Bayern hat angekündigt, den Zusatzbeitrag bei 1,1 Prozent stabil halten zu wollen. Die Schwesterkasse in Bremen kündigte hingegen eine Senkung um 0,3 Beitragspunkte auf 0,8 Prozent an. Bei der AOK Plus wird davon ausgegangen, dass der Zusatzbeitrag von 0,6 Prozent Bestand hat.

» Ersatzkassen: Die TK hat eine Senkung ihres Zusatzbeitrags um 0,1 Punkte auf dann 0,9 Prozent in Aussicht gestellt. Die DAK will die 1,5 Prozent (16,1 Prozent Gesamtbeitrag) beibehalten. Die Barmer hat ihre Entscheidung noch nicht mitgeteilt.

» Betriebskrankenkassen: Bei den Betriebskassen ergibt sich ein gemischtes Bild, mehrheitlich belassen die Kassen ihren Zusatzbeitrag aber unverändert. Die Bertelsmann BKK hat eine Mini-Senkung um 0,08 Punkte auf dann 1,2 Prozent angekündigt. Die Metzinger BKK, die bisher lediglich 0,3 Prozent Zusatzbeitrag erhebt, visiert eine völlige Abschaffung des Obolus zum 1. Januar an. Zudem ist eine Fusion mit der BKK MEM geplant. Bei der BKK exklusiv steht eine Verringerung um 0,1 Punkte auf dann 0,99 Prozent Zusatzbeitrag im Raum.

» Innungskrankenkassen: Die IKK classic, mit 3,3 Millionen Versicherten größte IKK, will ihren Zusatzbeitrag von 1,4 Prozent um 0,2 Punkte senken, allerdings erst zum Mai 2018. Die IKK gesund plus hat (0,6 Prozent) Stabilität angekündigt, ebenso die BIG direkt gesund (1,0 Prozent).

Wie rau das Klima derzeit in der GKV ist, zeigt eine Anekdote um die Ankündigung der IKK classic. Man habe sich die Beitragssenkung "unter wenig fairen Rahmenbedingungen" des Morbi-RSA erarbeiten müssen, hieß es. Wie denn diese Aussage zu einem Überschuss von 133 Millionen Euro passe, giftete der AOK-Bundesverband prompt zurück. (fst)

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