Ärzte Zeitung, 06.12.2018

Gesundheitsmonitor 2019

AOK zeigt Kliniken die Rute

Kommentar von Wolfgang van den Bergh

vdb

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Von wegen besinnliche Stimmung am Nikolaustag: Die AOK zeigt Krankenhäusern, Ländern und Kommunen die Rute. Der Vorwurf: Verzögerungen bei der Umsetzung von Mindestmengen und Qualitätsindikatoren. Das Ganze wird unterfüttert mit Daten des Wissenschaftlichen Instituts der Ortskrankenkassen. Danach weisen Häuser, die unterhalb einer bestimmten Mindestmenge liegen, eine schlechte Ergebnis-Qualität aus, zum Teil mit fatalen Folgen für Frühgeborene, Brustkrebs- und Herz-Patienten. Die Kasse ist alarmiert und fordert von der Politik schnelle Konsequenzen.

Die Vorwürfe setzen einen i-Punkt auf den Dauerstreit zwischen Kassen und Krankenhäusern. Mal geht es um hohe Rückforderungen, etwa für den Ersatz von fehlerhaften Defibrillatoren, die vom Hersteller kostenlos angeboten, aber von Kliniken doppelt abgerechnet worden sein sollen. Mal geht es um die Versorgung von Schlaganfallpatienten.

Die AOK drängt bei planungsrelevanten Qualitätsindikatoren auf ein Krankenhausstrukturgesetz II und erhöht somit den Druck auf die Politik. Auch im GBA könnten die Prozesse beschleunigt werden: Die Voraussetzungen bei den Mindestmengen sind inzwischen gegeben.

Eine moderne Knecht-Ruprecht-Variante am Nikolaustag.

Lesen Sie dazu auch:
AOK fordert Debatte über „Gelegenheitschirurgie“

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