Ärzte Zeitung online, 13.03.2019

TK meldet

So viele Arztfehler-Verdachtsfälle wie noch nie

6000 Versicherte und somit so viele wie noch nie haben sich im vergangenen Jahr bei der Techniker Krankenkasse gemeldet, weil sie eine ärztliche Fehlbehandlung vermuten.

So viele Arztfehler-Verdachtsfälle wie noch nie

Tausende TK-Versicherte vermuteten, 2018 Opfer eines Behandlungsfehlers geworden zu sein. Bei jedem dritten Fall bestätigte sich der Verdacht, berichtet die Kasse.

© Coloures-pic / stock.adobe.com

BERLIN. Bei der Techniker Krankenkasse (TK) sind 2018 so viele Beschwerden wegen möglicher Behandlungsfehler eingegangen wie nie zuvor.

5998 Versicherte meldeten sich bei der Kasse, weil sie vermuten, vom Arzt falsch behandelt worden zu sein. Das seien zehn Prozent mehr als 2017 und ein neuer Höchststand, betont die TK, die insgesamt gut zehn Millionen Versicherten hat.

Chirurgen besonders oft unter Verdacht

Jede dritte Beschwerde betraf demnach Behandlungen bei Chirurgen (33 Prozent). Unter Verdacht standen besonders oft auch Zahnärzte (16 Prozent) und Allgemeinmediziner (12 Prozent). Es folgen Orthopäden (6 Prozent), Internisten (5 Prozent) sowie Augenärzte, Gynäkologen und Geburtshilfe (je 4 Prozent).

Ob sich auch die Anzahl der tatsächlich als fehlerhaft einzustufenden Behandlungen erhöht hat, lasse sich schwer sagen, erläuterte eine TK-Sprecherin auf Anfrage. Da Haftpflichtverfahren teilweise ausgesprochen lange dauerten, sei ein jährlicher Vergleich der Behandlungsfehlerentwicklung nicht möglich.

Jedoch beobachte man seit einigen Jahren schon den Trend, das sich in rund einem Drittel der Fälle „der Verdacht im Verlauf der Überprüfung bestätigt“.

BÄK und MDK führen Statistiken

Jährlich veröffentlichen die Bundesärztekammer (BÄK) und die Medizinischen Dienste der Krankenkassen (MDK) Statistiken zu Behandlungsfehlern.

Die BÄK berichtete für das Jahr 2017 von 2213 bestätigten Fällen. Die Dienste der Kassen schrieben von 13.500 Gutachten und stellten bei knapp 2700 Fällen fest, dass ein Behandlungsfehler einen Gesundheitsschaden bei einem Patienten verursacht habe. (dpa/ths/cw)

Wir haben den Beitrag aktualisiert am 13.03.2019 um 14:56 Uhr.

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