Ärzte Zeitung online, 17.09.2019

Kommentar zum Fehlzeitenreport

Flexibilität und Verantwortung

Homeoffice wird für mehr und mehr Menschen interessant. Doch das birgt offenbar Risiken.

Von Wolfgang van den Bergh

179a0202_7471641-P.jpg

Schreiben Sie dem Autor: vdb@springer.com

Digitalisierung verändert die Arbeitswelt. Das ist längst kein Geheimnis. Wann und wo jemand seinen Job macht, spielt in vielen Branchen kaum noch eine Rolle. Flexibilisierung heißt das Zauberwort – etwa auf Kosten des Arbeitnehmerschutzes? Macht das Menschen gesünder oder kränker? Offenbar trifft beides zu. Das hat die aktuelle Befragung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WidO) unter 2000 Beschäftigten zwischen 16 und 65 Jahren ergeben.

Beispiel Homeoffice: mehr Autonomie, selbstständiges Planen, mehr Entscheidungsfreiheit. Das klingt verlockend. Die Kehrseite: höhere psychische Belastungen, Konzentrationsprobleme und Schlafstörungen. Doch das schlägt sich nicht in mehr Fehltagen nieder, schreibt das WidO.

Ein Blick in einzelne Antworten zeigt, dass der Umgang mit flexiblen Arbeitszeiten gelernt sein will: Fast 40 Prozent der Befragten im Homeoffice gaben an, dass sie Probleme damit haben, nach Feierabend abzuschalten.

Flexiblere Arbeitszeiten verlangen ein hohes Maß an Disziplin. Und damit beginnt erst die Diskussion über betriebliches Gesundheitsmanagement und eine Pflicht zur Fürsorge. Übrigens: Bayern hat am Montag beschlossen, eine Initiative im Bundesrat zu flexiblen Arbeitszeiten zu starten ...

Lesen Sie dazu auch:
Fehlzeitenreport: Homeoffice belastet die Psyche

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Grundlegend neue Pflegefinanzierung gefordert

Trotz Pflegeversicherung müssen immer mehr Senioren steigende Pflegekosten selbst zahlen. Damit der Eigenanteil nicht ausartet, fordert die DAK eine Mischfinanzierung. mehr »

Koalition will am Arztvorbehalt festhalten

Nach dem Bundesrat hat auch die Koalition einen Gesetzentwurf zur Änderung des Notfallsanitätergesetzes vorgelegt - und geht auf Gegenkurs zur Länderkammer. mehr »

Spahn will Jugendliche vor Werbung für Schönheits-Operationen schützen

Der Gesundheitsminister will sozialen Druck von Jüngeren nehmen, indem er an sie gerichtete Werbung für Schönheits-Eingriffe verbietet. Die gesellschaftliche Botschaft müsse sein: „Du bist ok, genauso wie Du bist“. mehr »