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Ärzte Zeitung, 14.04.2008

Glaubwürdigkeit wird beschädigt

 Glaubwürdigkeit wird beschädigt

Gesetz beibehalten: Priska Hinz, Grüne

Der Stammzellkompromiss von 2002 hat zur gesellschaftlichen Befriedung beitragen, weil das Parlament auf Grundlage ethischer Grundsätze zu einem Gesetz zusammengefunden hat. Wenn man sich die Ergebnisse der embryonalen Stammzellforschung ansieht, dann muss man nüchtern feststellen: Es gibt keine überzeugende Begründung, warum der Stichtag verschoben oder aufgehoben werden soll. Das häufigste Argument ist, die Stammzelllinien seien unbrauchbar. Das lässt sich dadurch widerlegen, dass schon in diesem Jahr fünf Forschungsprojekte mit Stammzelllinien von vor 2002 genehmigt worden sind. Die meisten Argumente für eine Verschiebung werden in drei oder vier Jahren wieder auf den Tisch kommen. Mit der Verschiebung würde die Glaubwürdigkeit ethischer Versprechen des Parlaments beschädigt.

Lesen Sie dazu auch:
Ein Stich für die Stammzellforscher

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
"Eine weit reichende Signalwirkung für die Wissenschaft"

SO IST DIE STAMMZELLFORSCHUNG IN ANDEREN LÄNDERN GEREGELT
Staats-Geld nur für alte Stammzelllinien
Dolly hat die Dämme gebrochen
Forschungsklonen - theoretisch verboten
Forschung ist seit Juli 2007 erlaubt
Keine Stichtagsregel für die Forscher

DIE DEBATTE ZUR STAMMZELLFORSCHUNG - AUSZÜGE AUS DEN BUNDESTAGSREDEN
Ich bin zu einer neuen Einschätzung gekommen
Glaubwürdigkeit wird beschädigt
Beide Forschungsansätze nötig
Die Tür wird nicht mehr zugehen
Stichtag war nicht erfolgreich
Stabile Übereinkunft für ethisches Dilemma
Keine Argumente für die Verschiebung

Lesen Sie dazu auch:
Bundestag erleichtert Stammzellimport
Bundestag liberalisiert das Stammzellgesetz
Ein winziger Zellhaufen für die Forschung - eine große ethische Frage für den Bundestag

Topics
Schlagworte
Medizinethik (2052)
Personen
Priska Hinz (32)

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