Ärzte Zeitung online, 30.12.2008
 

Hoppe prangert Schönheitsoperationen bei Jugendlichen an

BERLIN (dpa). Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, hat vor Schönheitsoperationen bei Jugendlichen gewarnt: "Es gibt offenbar einen Trend, dass immer mehr jüngere Menschen eine Schönheits-Op machen lassen möchten. Manche bekommen zu Weihnachten sogar Gutscheine für einen solchen Eingriff geschenkt."

"Das ist eine absolute Fehlentwicklung. Die Leute wissen oft nicht, was sie sich da antun. Solche Eingriffe haben ja auch Langzeitwirkungen, weil der Körper sich im Laufe des Lebens verändert. Da kann es dann später zu gesundheitlichen Problemen kommen", sagte Hoppe zu Bild.de. Der Ärzte-Präsident greift auch seine Kollegen an: "Ich finde das absolut unvernünftig. Und Ärzte, die allzu willfährig auf Operationswünsche eingehen, handeln moralisch verwerflich!"

In der großen Koalition wird der Ruf nach einem Verbot von Schönheitsoperationen bei Jugendlichen laut: "Nicht medizinisch notwendige Schönheits-Ops bei Minderjährigen sind unverantwortlich - von Eltern, wie von Ärzten. Ein Verbot sollte offen diskutiert werden", fordert Jens Spahn, Unions-Obmann im Gesundheitsausschuss des Bundestages im Gespräch mit Bild.de.

Der Gesundheitsausschuss hat sich in einer öffentlichen Anhörung vor einigen Wochen mit dem Thema befasst. Hintergrund ist ein gemeinsamer Antrag von Politikern aus Union und SPD mit dem Ziel, Missbräuche bei Schönheitsoperationen zu verhindern.

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