Ärzte Zeitung, 06.02.2011

Medizinische Soziologie in Frankfurt gefährdet

FRANKFURT/MAIN (Smi). Der Fachbereichsrat Medizin der Goethe-Universität Frankfurt am Main hat die Entscheidung über eine Schließung des Instituts für Medizinische Soziologie auf seine nächste Sitzung vertagt. Die angekündigte Abschaffung des Instituts hatte in den vergangenen Monaten Proteste unter Ärzten provoziert.

"Als Ärztinnen und Ärzte befürchten wir, dass mit der Schließung des Instituts für Medizinische Soziologie das Verständnis von Medizin weiter eingeengt werden soll: weg von einer Medizin als sozialer Wissenschaft, hin zu einem einseitig naturwissenschaftlich und hochtechnisierten Bild von Medizin, das aus Medizinstudierenden vielleicht gute Techniker und Handwerker, aber keine guten Ärzte machen wird", schrieb Professor Wulf Dietrich, Vorsitzender des Vereins Demokratischer Ärztinnen und Ärzte, in einer Protestnote.

Das Frankfurter Institut für Medizinische Soziologie wurde 1973 gegründet und war bundesweit das erste Institut seiner Art, das nach Einführung der Medizinischen Soziologie als Lehr- und Prüfungsfach errichtet wurde.

Derzeit ist der Posten des Direktors nicht besetzt, die Berufung der Professur für Medizinische Soziologie wurde im Zuge der Sparmaßnahmen ausgesetzt.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Ob Land oder Kleinstadt – ohne Arzt läuft’s nicht

Menschen in ländlichen Regionen fühlen sich zunehmend abgehängt von guter medizinischer Versorgung, so eine aktuelle Umfrage. Eine Initiative der AOK will das nun ändern. mehr »

Keine Kündigung wegen Wiederheirat!

Der Fall zieht sich seit 10 Jahren durch die Gerichte: Einem Chefarzt an einem katholischen Krankenhaus war wegen Wiederheirat nach Scheidung gekündigt worden. Das BAG hat nun entschieden: Die Kündigung ist unwirksam. mehr »

Neue Migräne bei Älteren ist ein Warnsignal

Patienten, die erst nach dem 50. Lebensjahr eine Migräne mit Aura entwickeln, haben offenbar ein signifikant erhöhtes Schlaganfallrisiko. Ursache könnten (Mikro-)Embolien sein. mehr »