Ärzte Zeitung, 22.04.2013

Leitartikel zu geistiger Behinderung

Die Ratlosigkeit der Ärzte

Geistig Behinderte sind als Kranke eine besondere Herausforderung für Ärzte. Wie schwierig eine adäquate Versorgung ist, zeigte jetzt ein Fachkongress in Hamburg. Fortschritte erfordern harte Arbeit, Geduld und Realitätssinn.

Von Dirk Schnack

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Geistig behinderte Menschen: Für Ärzte sind sie bei akuter Therapie schwierige Patienten.

© dpa

Wissen, Zeit und Einfühlungsvermögen sind erforderlich, wenn Menschen mit einer geistigen Behinderung ärztliche Hilfe benötigen. Im Praxisalltag können niedergelassene Ärzte diese Anforderungen nicht immer erfüllen, wie Betreuer von geistig behinderten Menschen bestätigen.

"Oft fehlt es an Zeit. Aber manche Ärzte sind schlicht überfordert und verunsichert, weil sie nicht wissen, wie sie sich verhalten sollen", berichtet eine Betreuerin aus ihrem Berufsalltag, zu dem auch Arztbesuche mit den Betreuten gehören.

Eine Folge: Manche Ärzte wenden sich im Gespräch ausschließlich an den Betreuer und ignorieren den Patienten. Dies ist aber nur ein Beispiel für vielfältige Probleme.

Auf der jüngsten Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft Ärzte für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung (BAG) in Hamburg wurde deutlich, dass trotz einiger Verbesserungen noch längst nicht alle Hürden genommen sind.

Gastgeber Dr. Georg Poppele vom Evangelischen Krankenhaus Alsterdorf sieht die Probleme auch darin begründet, dass Ärzte wenig Erfahrung im Umgang mit Menschen mit geistiger Behinderung haben.

Ein in Hamburg vor vier Jahren entwickeltes vierjährige Curriculum (90 Stunden) zur Behandlung dieser speziellen Patientengruppe betrachtet Poppele als Schritt in die richtige Richtung ...

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