Ärzte Zeitung online, 26.11.2014

Pille danach

SPD-Frauen begrüßen Kurswechsel von Gröhe

BERLIN. Die Frauen in der SPD-Fraktion haben den Kurswechsel von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hin zu einer rezeptfreien "Pille danach" begrüßt.

Ein rezeptfreier Verkauf des Medikaments sei überfällig "und ein wichtiger Teil des Selbstbestimmungsrechts moderner Frauen", erklärte die SPD-Gesundheitspolitikerin Martina Stamm-Fibich am Dienstag in Berlin.

Allerdings forderte sie Gröhe auf, nicht nur Pillen mit dem Wirkstoff Ulipristal freizugeben, sondern auch die mit dem Wirkstoff Levonorgestrel, die preiswerter und viel besser erforscht seien.

Gröhe hatte bisher darauf bestanden, dass Frauen die Pille nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr nur auf Rezept und nach einer Beratung durch einen Arzt erhalten sollten.

Nach einer Empfehlung des EU-Arzneimittelausschusses erklärte Gröhe: "Unser Ziel ist es, auch weiterhin eine gute Beratung (...) aus einer Hand sicherzustellen."

Wenn diese "zukünftig nicht mehr zwingend durch einen Arzt vorgenommen werden muss, ist eine intensive Beratung auch in Apotheken der richtige Weg."

Er wolle dann Frauenärzte, Apotheken und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte einladen, gemeinsam Kriterien für eine gute Beratung zu entwickeln, erklärte Gröhe weiter. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

"Telemedizin ist für uns Landärzte die Zukunft"

Geringes Honorar, hoher Aufwand und auf bestimmte Diagnosen begrenzt – trotzdem setzen einige Ärzte auf die Videosprechstunde. Und das aus vielerlei Gründen. mehr »

Kein Darmkrebs-Screening ab 45 Jahren

Der GBA lehnt die Senkung der Altersgrenzen beim Darmkrebs-Screening ab. Dagegen soll das organisierte Einladungsverfahren zur Früherkennung ab Juli 2019 starten. mehr »

Was 100-Jährige von anderen unterscheidet

100-Jährige sind oft weniger krank als die Jüngeren. Worauf es ankommt, haben Forscher anhand von Daten von AOK-Versicherten herausgefunden. mehr »