Ärzte Zeitung online, 25.05.2017

In-vitro-Fertilisation

Hat ein niederländischer Reproduktionsmediziner eigenes Sperma verwendet?

AMSTERDAM. Ein Reproduktionsmediziner soll in den Niederlanden mit eigenem Sperma die Eizellen Dutzender Frauen befruchtet und so mindestens 19 Kinder gezeugt haben. Das habe ein DNA-Abgleich ergeben, teilte das niederländische Institut für Abstammungsuntersuchung, Fiom, mit. Der im April gestorbene Arzt hatte von 1980 bis 2009 in der Stadt Barendrecht eine eigene Kinderwunschklinik. Sowohl Eltern als auch deren Kinder hatten den Verdacht, dass der Arzt sein eigenes Sperma benutzt hatte. 23 Menschen, die nach einer IvF in der Klinik geboren worden sind, hatten das Institut um einen DNA-Test gebeten. Ihr Material war mit der DNA eines offiziell anerkannten Kindes des Mannes verglichen worden. Der Test habe in 19 Fällen eine Übereinstimmung ergeben, hat das Institut bereits am Dienstag mitgeteilt.

Der Mann soll in Interviews damit geprahlt haben, dass er 60 Kinder gezeugt habe. Doch einen DNA-Test hatte er abgelehnt. Eltern und Kinder fordern nun eine gerichtliche Anordnung für einen direkten DNA-Abgleich mit dem Verstorbenen. Dafür soll Erbmaterial von bereits beschlagnahmten Gebrauchsgegenständen des Arztes wie Zahnbürste oder Rasierer genommen werden. Die Witwe lehnt das ab. Das Gericht will am 2. Juni entscheiden. (dpa)

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