Ärzte Zeitung online, 11.09.2018

Kooperation

Schnelle Behandlung nach Schlaganfällen

Neun Kliniken in Ostsachsen und Südbrandenburg schließen sich zu einem neurovaskulären Netzwerk zusammen und werden entsprechend zertifiziert.

Von Sven Eichstädt

DRESDEN. Neun Kliniken aus Ostsachsen und Südbrandenburg sind jetzt als neurovaskuläres Netzwerk gemäß den Leitlinien der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft zertifiziert worden.

Wie das Universitätsklinikum Dresden mitteilte, hatten sich im vergangenen Jahr alle neurologischen Akutkliniken der Region zum Neurovaskulären Netzwerk Ostsachsen/Südbrandenburg zusammengeschlossen. Die Krankenhäuser in Arnsdorf, Cottbus, Dresden, Freiberg, Görlitz, Hoyerswerda, Meißen und Senftenberg versorgen ein Gebiet, in dem 2,3 Millionen Menschen leben.

Die Kliniken haben über Verträge verbindliche Standards für die Behandlung von Patienten vereinbart, die wegen Schlaganfällen, Veränderungen der Hirngefäße und Hirnblu-tungen einer spezialisierten Therapie bedürfen. Koordinierendes Zentrum des Netzes ist das Universitätsklinikum Dresden. Dort steht rund um die Uhr ein Experte für Akutfälle in allen beteiligten Kliniken zur Verfügung.

Wie das Universitätsklinikum weiter mitteilte, wurde eine telemedizinische Infrastruktur aufgebaut, mit der Ergebnisse radiologischer Untersuchungenund Behandlungsdaten direkt zwischen den Kliniken ausgetauscht und besprochen werden können. Außerdem wird jede Woche eine Fallkonferenz ausgerichtet, an der Ärzte aller Kliniken teilnehmen und in der gemeinsam über die Therapie jedes einzelnen Patienten entschieden wird.

Das Netz erfasst darüber hinaus alle Therapien und Behandlungsverläufe in einem Schlaganfallregister, um sie auszuwerten und dadurch systematisch zu verbessern. Außerdem sind jährliche Struktur- und Qualitätskonferenzen sowie halbjährliche Netzwerktreffen vorgesehen.

Am Universitätsklinikum Dresden, das die Arbeit des Netzwerks koordiniert, sind im Dresdner Neurovaskulären Centrum die Experten der Kliniken für Neurologie, Neurochirurgie und Neuroradiologie sowie des Risikomanagements vereint.

Professor Michael Albrecht, medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums, spricht davon, dass das Dresdner Zentrum und das Netz für Ostsachsen und Südbrandenburg neben der Verbesserung der Versorgung der Hirngefäß-Patienten auch dazu dient, eine wichtige Rolle bei der Weiterbildung von Ärzten für Neurologie, Neurochirurgie und Neuroradiologie einzunehmen.

Am 22. September veranstaltet das Dresdner Klinikum einen Informationstag zu Hirn-Aneurysmen für Patienten und ihre Angehörigen.

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