Ärzte Zeitung online, 10.01.2019

Pilotprojekt Gemeinde-Notfallsanitäter

Lob der Provinz

Ein Kommentar von Florian Staeck

006a0203_7878215-P.jpg

Schreiben Sie dem Autor florian.staeck@springer.com

Nicht Berlin – Oldenburg, Vechta und Cloppenburg sind die Brutstätten für neue Wege in der Gesundheitspolitik. Beispiel Notfallversorgung. In dicken Gutachten und ungezählten Symposien sind fehlende Koordination und Fehlsteuerung bei der Versorgung beklagt worden. Doch was passiert? Das anspruchsvolle Projekt, integrierte Notfallfallzentren zu etablieren, droht im Konkurrenzkampf zwischen Vertragsärzten und Krankenhäusern ausgebremst zu werden.

Im Vergleich dazu scheint der Ansatz im Raum Oldenburg simpel: Dort werden Gemeindenotfallsanitäter den Rettungswachen angegliedert und über die Leitstelle alarmiert.

Sie sollen eine medizinische Betreuung unterhalb der Ebene der Notfallrettung leisten und tragen damit der Erkenntnis Rechnung, dass der technisch hochgerüstete RTW immer häufiger wegen medizinischer Bagatellen ausrücken muss.

Entlastung des Rettungsdienstes, geringere Vorhaltekosten für Rettungswachen, Konzentration auf „schwere“ Einsätze: Städte und Landkreise erhoffen sich ein ganzes Bündel von Vorteilen durch die Gemeindenotfallsanitäter. Ob die Vorschusslorbeeren gerechtfertigt sind, soll nun eine zweijährige Testphase zeigen. Was bleibt, ist ein Lob der Provinz – warum kommen von dort nicht häufiger smarte Lösungen?

Lesen Sie dazu auch:
Pilotprojekt: Gemeinde-Notfallsanitäter entlasten Notärzte

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Die häufigsten Fehler bei der Opioid-Therapie

Nehmen Patienten Opioide ein, müssen sie einiges beachten. Manches Missverständnis und mancher Einnahmefehler können Ärzte mit zwei Sätzen der Erklärung ausräumen. mehr »

Spahn im Dialog mit den Ärzten

Seit Monaten wird heiß ums Terminservice- und Versorgungsgesetz diskutiert. Heute stellte sich Jens Spahn direkt den Fragen der Ärzteschaft zu TSVG, Sprechstunden und Co. Das Wichtigste der Veranstaltung in 13 Tweets. mehr »

DEGAM fürchtet Rolle rückwärts

Es hakt bei der Umsetzung des Masterplans. Die Fachgesellschaft DEGAM will verhindern, dass zentrale Reformziele verwässert werden. mehr »