Ärzte Zeitung online, 29.11.2018

Bayern/Rheinland-Pfalz

ADAC schickt Volocopter statt Notarzt-Auto

MÜNCHEN. Notärzte sollen schon bald mit elektrischen Kleinhubschraubern schneller zu ihren Patienten kommen können. Die ADAC-Luftrettung startet dazu in Bayern – in der Region Ansbach in Mittelfranken – und in Rheinland-Pfalz ein Pilotprojekt.

„Bereits in den kommenden Monaten soll es erste Forschungsflüge geben“, teilte die Luftrettung mit. Erste Ergebnisse über das Einsatzpotenzial und die Wirtschaftlichkeit seien in einem Jahr zu erwarten.

Die zweisitzigen Volocopter mit 18 kleinen, elektrisch betriebenen Rotoren sollen „den Arzt schneller als im Notarzt-Einsatzfahrzeug zu Patienten bringen und so die Versorgung verbessern“, erklärte die ADAC-Luftrettung. Parallel zu den Forschungsflügen werde das Institut für Notfallmedizin und Medizinmanagement der Universität München ab Frühjahr 2019 Luftrettungseinsätze mit Volocoptern am Computer simulieren. Die Machbarkeitsstudie sei auf anderthalb Jahre angelegt und koste eine halbe Million Euro.

Die Firma Volocopter in Bruchsal bei Karlsruhe (Baden-Württemberg) entwickelt senkrechtstartende elektrische Helikopter als Lufttaxi, die mit Pilot, ferngesteuert oder autonom fliegen können.

Die ADAC-Luftrettung ist mit mehr als 50 Rettungshubschraubern an 36 Stationen die größte Luftrettungs-Organisation in Deutschland. Als weltweit erste prüfe sie den Einsatz von bemannten Multikoptern im Rettungsdienst in Theorie und Praxis. Geschäftsführer Frédéric Bruder sagte: „Der ADAC gehörte vor 50 Jahren zu den ersten in Deutschland, die den Einsatz von Rettungshubschraubern in einem Feldversuch getestet haben.“(dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Sauerbruch – ein Arzt mit vielen Facetten

Er war bereits zu Lebzeiten ein berühmter Arzt. Das Medizinhistorische Museum der Charité versucht, die vielen Facetten im Leben und Wirken von Ferdinand Sauerbruch zu fassen. mehr »

Gut eine halbe Milliarde Euro mehr Honorar

Ärzte und Krankenkassen haben ihre Honorarverhandlungen für 2020 abgeschlossen. Künftig werden Videosprechstunden besser vergütet. mehr »

Zeitdruck und Kollegen stressen im Büro

Im Vergleich zu den USA oder Japan sind die Arbeitszeiten in Deutschland eher kurz. Doch das heißt nicht, dass es am Arbeitsplatz entspannt zugeht. mehr »