Ärzte Zeitung, 11.05.2016
 

Kommentar zu U-Untersuchungen in Brandenburg

Besser später als zu früh

Von Angela Mißlbeck

Das zentrale Einladungswesen zu den Kinderfrüherkennungsuntersuchungen in Brandenburg erreicht sein Ziel. Die Teilnahmequoten an den Untersuchungen sind deutlich gestiegen.

Besonders erfreulich ist dabei, dass die Einladungen vor allem sozial schwache Familien dazu motivieren können, die Vorsorgen wahrzunehmen. Das zeugt von großer Akzeptanz.

Es wäre leichtfertig, diese Akzeptanz bei Kinderärzten und Eltern aufs Spiel zu setzen. Genau das könnte aber passieren, wenn die Einladungen weiter zu früh erfolgen.

Nicht nur der Effekt kann dann verpuffen. Es besteht auch die Gefahr, dass Eltern verärgert reagieren, wenn sie bereits einen Vorsorgetermin vereinbart haben, aber die Erinnerung daran noch vor dem Termin erhalten.

Bei Kinderärzten wiederum verursacht der frühe Einladungszeitpunkt mitunter unnötigen Verwaltungsaufwand. Das Gleiche gilt nicht zuletzt auch für die Einladungsstelle selbst.

De facto kann viel Aufwand und Papier gespart werden, wenn die Einladungen später erfolgen - nämlich erst gegen Ende des vorgesehenen Untersuchungszeitraums. Dass das brandenburgische Gesundheitsministerium nun die Kritik von Kinderärzten und Eltern aufgreift und den Einladungszeitpunkt verschiebt, ist daher der richtige Schritt.

Lesen Sie dazu auch:
Brandenburg: Kinder werden später zu U-Vorsorgen eingeladen

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bariatrische Chirurgie rückt Bluthochdruck zu Leibe

Adipöse Hypertoniker konnten in einer Studie nach bariatrischer Chirurgie ihre antihypertensive Medikation reduzieren. Die Hälfte erreichte sogar eine Remission des Bluthochdrucks. mehr »

Droht uns jetzt eine Staatskrise?

Jamaika gescheitert, politisches Vakuum in Berlin. Am Beispiel der Gesundheitspolitik lässt sich zeigen, warum das noch keine Krise ist. mehr »

Das müssen Ärzte beim Impfen beachten

Allergische Reaktionen sind eine Kontraindikation für eine erneute Anwendung des Impfstoffs. Ist eine weitere Impfung dennoch nötig, sollten Ärzte diese Tipps beherzigen. mehr »