Ärzte Zeitung online, 04.07.2008

DSO: Patientenverfügung und Organspende kein Widerspruch

FRANKFURT / MAIN (dpa). Auch wer in einer Patientenverfügung intensivmedizinische Maßnahmen ausschließt, kann nach dem Tod seine Organe spenden. Darauf weist die Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) in Frankfurt / Main hin.

DSO: Patientenverfügung und Organspende kein Widerspruch.

Foto: DSO

"Organspende und Patientenverfügung sind kein Widerspruch", sagte Thomas Beck, kaufmännischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation.

Zwar werde zur Vorbereitung der Organentnahme der Kreislauf des Verstorbenen kurzfristig durch Maschinen aufrechterhalten, um die Organe zu schützen. Diese Maßnahme dürfte jedoch nicht mit einer längerfristigen lebensverlängernden Intensivtherapie verwechselt werden, sagte Wolfgang Putz, Rechtsanwalt für Medizinrecht in München. "Die Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen bei einem hirntoten Spender ist keine Weiterbehandlung und vor allem keine Lebensverlängerung."

Die DSO rät Menschen, die ihre Organe nach dem Tode spenden möchten, ihre Patientenverfügung entsprechend einzuschränken, beispielsweise mit folgender Formulierung: "Ich stimme einer Entnahme meiner Organe nach meinem Tod zu Transplantationszwecken zu. Komme ich nach ärztlicher Beurteilung bei einem sich abzeichnenden Hirntod als Organspender in Betracht und müssen dafür ärztliche Maßnahmen durchgeführt werden, die ich in meiner Patientenverfügung ausgeschlossen habe, dann geht die von mir erklärte Bereitschaft zur Organspende vor."

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