Ärzte Zeitung online, 04.08.2008

Palästinensischer Säugling erhält Hornhaut eines israelischen Kindes

TEL AVIV (dpa/eb). Die Hornhaut eines israelischen Mädchens hat einem palästinensischen Säugling das Augenlicht gerettet. Israelische Ärzte verpflanzten dem vier Wochen alten Mädchen aus dem Westjordanland die Hornhaut eines elfjährigen israelischen Mädchens, das bei einem Feuer ums Leben gekommen war. Das berichteten israelische Medien am Montag.

Das palästinensische Baby hatte die seltene Augenkrankheit Peters-Anomalie . Die Krankheit war bereits vier Tage nach der Geburt entdeckt worden war. Ohne frühzeitige Behandlung kann die Krankheit zu lebenslanger Blindheit führen. Die Ärzte des Schneider- Kinderkrankenhauses bei Tel Aviv transplantierten die neue Hornhaut in das linke Auge des Säuglings, eine zweite Hornhaut soll in den nächsten Wochen eingepflanzt werden.

Zu diesem frühen Zeitpunkt in der Entwicklung des Kindes war die höchst komplizierte Operation noch möglich, da in diesem Stadium erst eine Verbindung vom Gehirn zum Auge entsteht. "Hätten wir länger mit einer Transplantation gewartet, wäre das Risiko permanenter Blindheit sehr hoch gewesen", sagte Professor Dov Weinberger, Leiter der Klinik-Station für Augenheilkunde. "Mit der neuen Hornhaut kann das Mädchen ein normales Leben führen", erklärte Weinberger. Die Eltern des Kindes zeigten sich den Ärzten gegenüber zutiefst dankbar.

Stichwort Peters-Anomalie

Zu dem Augen-Syndrom Peters-Anomalie gehören:

Fehlen der Iris, die auch Regenbogenhaut genannt wird (Aniridie)

Fehlbildung der Linse (Lenticonus)

zu kleine Augen (Mikrophthalmus)

zu kleine Hornhaut (Mikrokornea)

Hornhauttrübung

Glaukom

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