Ärzte Zeitung online, 11.02.2010

Seminar zu Lebendspende trotz ungleicher Blutgruppen

MÜNSTER (eb). Das größte Problem der Transplantationsmedizin ist der Mangel an Organen und die lange Wartezeit. Einen Ausweg stellt die Lebendspende bei Nierentransplantation dar, die jetzt auch mit unterschiedlichen Blutgruppen durchgeführt werden kann. Hierzu bietet die Uni Münster jetzt ein Arzt-Patienten-Seminar an.

Bei etwa 20 Prozent der Lebendspenden sind die Blutgruppen von Spender und Empfänger inkompatibel, so Dr. Barbara Suwelack, Leiterin der Nierentransplantationsambulanz an der Uniklinik Münster. Mit der AB0-inkompatible (AB0i) Nierentransplantation können Ärzte jetzt mehr Patienten zeitnah transplantieren. Diese Art der Transplantation wird seit Dezember 2009 im Universitätsklinikum Münster (UKM) durchgeführt.

Die AB0i Lebendspende erfordert jedoch eine intensive und aufwändige Vorbereitung und Behandlung: Mit speziellen Filtern lösen die Ärzte selektiv die Antikörper aus dem Blut des Empfängers und hemmen mit Hilfe von Medikamenten deren Neubildung. Erst wenn der Antikörperwert einen bestimmten Grenzwert erreicht hat, kann die Transplantation durchgeführt werden.

Die Lebendspende bei Nierentransplantation ist Thema des Arzt-Patienten-Seminars, das am 13. Februar an der Uni Münster stattfindet.

Weitere Informationen zu dem Seminar der Uniklinik Münster

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