Ärzte Zeitung online, 04.05.2011

Organspende: "Skandalöse Wartezeiten" für die Bedürftigen

MÜNCHEN (dpa). Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) sterben jeden Tag drei Menschen, weil es nicht genügend Spenderorgane gibt.

Laut DSO warten derzeit 12.000 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan. Viele bereits seit einer langen Zeit.

"Die Wartezeiten auf eine Herztransplantation sind skandalös", sagte Professor Friedhelm Beyersdorf, ärztlicher Direktor der Abteilung Herz- und Gefäßchirurgie der Universität Freiburg, am Mittwoch (4. Mai) beim Chirurgenkongress in München.

"Die Anzahl der Wartenden steigt, die Transplantationen in Deutschland sinken, und selbst diejenigen, die auf der hochdringlichen Warteliste stehen, warten zwischen 80 und 100 Tagen, da ist es dann oft einfach zu spät", berichtete Beyersdorf.

Beyersdorf plädiert für Widerspruchslösung

In Deutschland würden aus Verzweiflung auch gelegentlich ungeeignete Organe transplantiert. "Wir plädieren deshalb für eine Widerspruchslösung", erklärte Beyersdorf.

Das bedeutet, dass alle Deutschen nach dem Hirntod zu Organspendern werden - es sei denn, sie haben zuvor widersprochen. Vorbilder sind zum Beispiel Österreich und Spanien.

Topics
Schlagworte
Organspende (974)
Organisationen
DSO (369)
Uni Freiburg (304)
Krankheiten
Transplantation (2376)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Darum will Maria Rehborn unbedingt Landärztin werden

Studentin Maria Rehborn möchte Landärztin werden in den Bergen werden – ein Portrait. mehr »

Welches Wasser in die Nasendusche?

In unserem Trinkwasser tummeln sich viele Erreger. Forscher haben nun getestet, mit welcher Methode Nasenduschen-Wasser behandelt werden sollte, um diese abzutöten. mehr »

Die Rückkehr des Badearztes

Eine Medizinerin bringt die Region Wiesbaden ins Schwitzen: als einzige Badeärztin der Gegend. Der "Ärzte Zeitung" erklärt sie, warum sie Treppen steigen lässt statt eines EKGs – und wie sie 75 Patienten an ihrer Zunge erkannte. mehr »