Ärzte Zeitung, 08.12.2011

Gibt es bald mehr Organspender?

BERLIN (sun). Die Entscheidungslösung könnte die Bereitschaft zur Organspende drastisch erhöhen. Das lässt sich aus einer repräsentativen Umfrage des Gesundheitsmonitors der Bertelsmann Stiftung und der Barmer GEK ablesen.

Mehr Spender durch Entscheidungslösung?

Ein Ausweis für Organe: Künftig sollen ihn mehr Bundesbürger tragen.

© Daniel Karmann / dpa

Demnach würden 60 Prozent der Befragten, die noch keinen Spendeausweis besitzen, nach der geplanten Reform des Transplantationsgesetzes bestimmt oder wahrscheinlich ihre Einwilligung zur Organspende erteilen.

Der Kompromiss der Fraktion sieht vor, dass die Bürger regelmäßig über ihre Spendenbereitschaft abgefragt werden, zum Beispiel beim Versand der Versichertenkarte.

69 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass dies die Organspendebereitschaft erhöhen wird. 16 Prozent haben heute einen Organspendeausweis.

"Die Zustimmungswerte sind ausgesprochen gut", sagte Barmer GEK-Chef Christoph Straub. Das spreche für den Kompromiss.

Doppelt so viele Spenden in Spanien

Die tatsächliche Organspendebereitschaft könne nur dann erhöht werden, wenn zuvor Ängste und Vorurteile durch Information abgebaut würden.

Hier sei auch die Politik in der Pflicht: "Wir brauchen eine massive Aufklärungskampagne der Bundesregierung", forderte Straub.

Mit 32 Organspenden pro eine Million Einwohner werden in Spanien doppelt so viele Transplantationen vorgenommen wie in Deutschland.

Experten gehen davon aus, dass das Misstrauen der Deutschen gegenüber den Ärzten immer noch eine Rolle dabei spielt, sich gegen einen Organspendeausweis zu entscheiden, wie nun auch die Umfrage bestätigt.

Immerhin 45 Prozent der Befragten äußerten, dass sie kein Vertrauen darin hätten, dass die Lebensrettung der Spender Vorrang habe, 54,5 Prozent hatten dieses Vertrauen in die Ärzte. Ein Drittel fühlte sich noch nicht ausreichend über Organspenden informiert.

Mit der Bildung steigt die Akzeptanz

Weiteres Ergebnis der Umfrage: Je höher der Bildungsstand, desto größer der Anteil derjenigen, die einen Organspendeausweis besitzen, sagte Studienautorin Professor Marlies Ahlert von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Bisher besäßen allerdings lediglich 16 Prozent der Befragten einen Organspendeausweis. Auch aus diesem Grund ist die Warteliste lang: In Deutschland benötigen etwa 12.000 Menschen ein Spenderorgan - es sterben etwa 1000 Menschen im Jahr, weil sie keines erhalten.

Ein Gesetzesvorhaben hat daher zum Ziel, mehr Menschen dazu zu bewegen, einer Organspende zuzustimmen. Die Zahl der Spender soll ohne Zwang erhöht werden.

Der dazu angekündigte fraktionsübergreifende Gesetzentwurf lässt aber auf sich warten.

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Christoph Straub (175)
[09.12.2011, 08:28:03]
Dr. Karlheinz Bayer 
zwischen den Zeilen gelesen!
Toll! Ein Organspenderausweis, ein neues Gesetz und auf einmal werden 2 von 3 Deutschen zu Vorzeigespendern? Nee! Es handelt sich immer noch um eine Lüge, wenn im Spendeausweis der Satz steht "nach meinerm Tod...".
Deswegen sind alle bisherigen Vweröffentlichuzngen Werbepropaganda.

Zitat: "Die tatsächliche Organspendebereitschaft könne nur dann erhöht werden, wenn zuvor Ängste und Vorurteile durch Information abgebaut würden. Hier sei auch die Politik in der Pflicht: "Wir brauchen eine massive Aufklärungskampagne der Bundesregierung", forderte Straub."

Was jetzt, sind 69 % bereit oder haben immer noch viele Angst und ein "Vorurteil".

Es bleibt dabei, selbst wenn alle verunglückten und als Hirntote dekllarierte Motorradfahrer zu Organspendern würden, hätten wir nicht genpügend Spenderorgane, um die Lawine der gewollten Transplantationen in Deutschland zu befriedigen. Wir brauchen Lebendspender.

Zitat: "Mit 32 Organspenden pro eine Million Einwohner werden in Spanien doppelt so viele Transplantationen vorgenommen wie in Deutschland."

Was jetzt, geht es um Organspenden oder um Organtransplantationen?

Die Argumente werden immer untergürtelliniger. Waren es bisher die Theologen (Studierte) und ein Großteil der Ärzte (Studierte) oder Journalisten (Studierte), die sich argumentativ gegen das Transplantationsgesetz und die Konstruktiion des Hirntods gestellt haben, dann sind es jetzt mit einem Mal die offensichtlich Dummen und Ungebildeten.

Zitat: "Weiteres Ergebnis der Umfrage: Je höher der Bildungsstand, desto größer der Anteil derjenigen, die einen Organspendeausweis besitzen, sagte Studienautorin Professor Marlies Ahlert von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg" -

okay, dann müßten die Herren und Damen Professoren dieser Welt nun auch endlich anfangen riskant Motorrad zu fahren oder auf Baugerüste zu klettern, um auch tatsächlich an mehr Spenderorgane zu kommen.

Die ganze Kampagne hat einen üblen Geruch! Hier wird längst nicht mehr argumentiert, sondern nur noch forciert. Ich bleibe bei meinen Ängsten und Vorurteilen, weil ich dumm bin und lediglich promoviert habe...

Dr.Karlheinz Bayer, Bad Peterstal zum Beitrag »

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