Kongress, 15.04.2012

Organe erhalten, Transplantate besser schützen!

WIESBADEN (gvg). Weil Spenderorgane knapp sind, müssen Transplantate möglichst lange halten. Jetzt gibt es einen neuen Proteom-Assay im Urin, mit dem nach hämatologischer Stammzelltransplantation eine drohende Graft-versus-Host-Reaktion erkannt werden kann.

Das berichtete Professor Michael Manns von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) bei einer DGIM-Presseveranstaltung zu internistischen Sonderforschungsbereichen (SFB). "Das funktioniert lange vor den ersten Symptomen." Inzwischen läuft in Hannover eine klinische Studie, in der Patienten mit entsprechende Proteom-Muster präventiv mit Steroiden behandelt werden.

Ein anderer Ansatz zielt darauf ab, bei Transplantatempfängern T-Zellen zu applizieren, um das Organ auf diese Weise gewissermaßen immunologisch zu unterstützen. Durch eine Applikation von regulatorischen T-Zellen könnte beispielsweise eine GvH-Reaktionen verhindert werden. Denkbar sei auch der Einsatz spezifischer T-Lymphozyten gegen Infektionskrankheiten, die das transplantierte Organ gefährden, so Manns.

Noch vor der Transplantation setzt ein zweiter SFB an, der sich mit der Fibrosierung und Vernarbung von Leber und Niere beschäftigt und der darauf abzielt, Fibrosierungsprozesse zu verhindern oder rückgängig zu machen. Wie Professor Christian Trautwein vom Universitätsklinikum Aachen berichtete, sei ein erstes Signalmolekül im Patentverfahren. Es könnte bei Hypertoniepatienten mit Nierenbeteiligung die Progression der Nephrosklerose bremsen und damit dazu beitragen, dass das Organ länger überlebt.

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