Ärzte Zeitung online, 28.10.2012

Klinikum rechts der Isar

Weitere Organ-Manipulationen?

MÜNCHEN (dpa/sto). Im Organspende-Skandal am Münchner Klinikum rechts der Isar sollen in zwei weiteren Fällen Blutproben gefälscht worden sein.

Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks wurden die Proben bereits Ende 2009 mit Urin manipuliert, um die Werte zu verschlechtern und den Patienten so vermutlich leichter ein Spenderorgan zu besorgen.

Dies habe eine Untersuchung der klinikinternen Prüfgruppe ergeben, die die Laborwerte noch einmal genau untersucht hatte, hieß es.

Kein Kommentar

Dem Bericht zufolge kam es aber in keinem der beiden Fälle zu einer Transplantation. Eine Kliniksprecherin wollte sich am Samstag nicht dazu äußern.

Am Freitag hatte das Klinikum mitgeteilt, die noch andauernde Prüfung der Task Force habe neue "Verdachtsmomente auf Richtlinienverstöße" ergeben. Einzelheiten wurden nicht genannt.

Derzeit würden keine neuen Patienten auf die Warteliste für Lebertransplantationen aufgenommen, erklärte der Ärztliche Direktor des Klinikums, Professor Reiner Gradinger.

Die Patienten, die derzeit noch auf der Warteliste stehen, würden auch weiterhin vom Klinikum betreut und erhielten bei entsprechendem Spenderangebot eine Transplantation, teilte Gradinger mit.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Jede achte Frau braucht nach der Geburt Antidepressiva

Etwa elf Prozent aller Frauen leiden im ersten Jahr nach der Geburt an Depressionen. Unter jungen Frauen im Alter von 15 bis 19 Jahren ist der Anteil fast doppelt so hoch. mehr »

Die Malaria-Gefahr wächst

Weltweit steigen Erkrankungszahlen an Malaria seit zwei Jahren wieder. Es trifft nicht nur Kinder in Entwicklungsländern, sondern auch Reisende aus Deutschland. mehr »

„Mütter sind die zentralen Ansprechpartner“

In dieser Woche werben Urologen für die HPV-Impfung. Vor allem bei Jungen besteht Nachholbedarf. Wie sie für eine Impfung gewonnen werden sollen, erklärt der Vorsitzende des Berufsverbandes Dr. Axel Schroeder. mehr »