Ärzte Zeitung online, 18.11.2015

Organspende

Kassenbrief als Anlass für eine Entscheidung

POTSDAM. Zu einer Entscheidung zum Thema Organspende ruft Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) auf. "Mit dem Thema Organspende sollte sich jeder in Ruhe auseinandersetzen und darüber auch mit seiner Familie sprechen.

Die Briefe der Krankenkassen sind dafür ein guter Anlass", so die märkische Ministerin.

Viele Krankenkassen schicken ihren Mitgliedern derzeit wieder Informationen zur Organ- und Gewebespende und einen Organspendeausweis zu. Dazu sind sie seit 2013 verpflichtet. Golze begrüßte diese Regelung: "Wir brauchen diese ergebnisoffene Aufklärung der Bevölkerung, um die Bereitschaft zur Organ- und Gewebespende zu fördern."

Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) warten zur Zeit mehr als 10.000 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan. Jeden Tag sterben durchschnittlich drei Patienten, weil nicht rechtzeitig ein passendes Organ für sie gefunden wird.

Auch in Brandenburg gebe es viele Patienten, die wegen des Mangels an Spenderorganen auf eine notwendige Transplantation warten müssten, so Golze. (ami)

[19.11.2015, 11:11:39]
Dr. Henning Fischer 
@ Heidemarie Heubach: würden Sie ein Spenderorgan annehmen?

und was würden Sie denken, wenn Sie wegen eines fehlenden Spenderorgans sterben müssen? Oder Ihr Kind?


 zum Beitrag »
[18.11.2015, 19:17:03]
Heidemarie Heubach 
Schön wär`s ja, wenn`s "ergebnisoffen" wäre!
Leider ist das, was allgemein - auch von den Kassen - als "Aufklärung" bezeichnet wird, genau dies leider nicht. Mit der Floskel "hirntot=tot" und dem moraltriefenden Hinweis auf soviele auf Organe Wartende wird - entgegen der TPG-Festlegung auf "umfassende Aufklärung"! - irreführend um Organspende geworben. Die Menschen müssen erfahren, daß der als hirntot prognostizierte Komapatient allenfalls ein Sterbender ist, der auf dem OP-Tisch und durch die Hand von Ärzten bei der Explantation sein Leben beendet - statt an der Hand eines geliebten Angehörigen! Erst dann können sie eine echte selbstbestimmte Entscheidung treffen. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Bei Diabetikern wird der HbA1c-Wert nicht oft genug kontrolliert

Eigentlich sollten Ärzte mindestens zweimal im Jahr den HbA1c-Wert bei Typ-2-Diabetikern bestimmen. Bei jedem vierten Patienten messen sie ihn aber nur einmal oder gar nicht. mehr »

Weg frei für GroKo-Gespräche und Nachverhandlungen

Es war eine Zitterpartie: Weniger als 60 Prozent der SPD-Delegierten auf dem Parteitag stimmten Gesprächen zur Bildung einer große Koalition zu. Nun soll weiterverhandelt werden – auch in Sachen Gesundheit. mehr »

Beunruhigend hohe Zahlen in der Altenpflege

Altenpflegekräfte fehlen fast doppelt so oft wegen psychischer Erkrankungen wie andere Beschäftigte, heißt es im länderübergreifenden Gesundheitsbericht für Berlin und Brandenburg. mehr »