Ärzte Zeitung online, 27.12.2016

Organspenden in Bayern

Bündnis will Berührungsängste abbauen

Weiter viel Unwissenheit über Organspende in der Bevölkerung.

MÜNCHEN. Nach Einschätzung von Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sind die meisten Menschen im Freistaat über das Thema Organspende nicht ausreichend informiert. Deshalb hat das "Bündnis Organspende Bayern" nun gemeinsame Leitsätze verabschiedet. Ziel sei es, "eine Sensibilisierung aller Bevölkerungsschichten für das Thema Organspende zu erreichen", heißt es in der Präambel der kürzlich in München veröffentlichten Leitsätze.

Anliegen sei es, Berührungsängste mit dem Thema abzubauen und eine "Kultur der Organspende" in Bayern zu etablieren, sagte Huml. Die meisten Menschen in der Bevölkerung wüssten zu wenig über das Thema Organspende. Vielen Menschen sei es etwa nicht bewusst, dass es praktisch keine Altersgrenze für Organspende gebe und Organe auch in hohem Alter gespendet werden könnten. "Zudem scheuen viele Menschen die Konfrontation mit diesem ernsten Thema", fügte die Gesundheitsministerin hinzu. Von Januar bis September 2016 hat es in Bayern 92 postmortale Organspender gegeben. Das sind 16 weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Organspende sei ein Akt der Solidarität und Nächstenliebe, heißt es deshalb in den Leitsätzen. "Organspende rettet Leben". Zugleich müsse jedoch jeder Mensch persönlich über eine Organspende entscheiden. Mit den Leitsätzen wirbt das Bündnis, zu dem 60 Institutionen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Bayern gehören, aber auch für den Organspendeausweis. Gesundheitsministerin Huml betonte: "Wer zu Lebzeiten eine klare Entscheidung trifft und diese dokumentiert, entlastet auch seine Angehörigen in sehr schweren Stunden."

Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege hat das "Bündnis Organspende Bayern" am 14. März dieses Jahres gegründet. Zu den Mitgliedern gehören unter anderen der Bayerische Hausärzteverband, die Bayerische Landesärztekammer, aber auch Krankenkassen wie die AOK Bayern sowie der Caritas-Verband in Bayern und der Bayerische Philologenverband. (bsc)

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