Ärzte Zeitung online, 14.11.2017

Stiftung Patientenschutz

Organspende: Reform angemahnt

BERLIN. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat von einer neuen Bundesregierung eine möglichst schnelle Reform des Transplantationssystems gefordert. Stiftungsvorstand Eugen Brysch sagte der dpa: "Die Zahl der Organspenden hat einen neuen Tiefstand erreicht. Immer mehr schwerst kranke Menschen haben keine Überlebenschance, da es nicht genug lebensrettende Spenderorgane gibt. Eine Ursache dafür ist die verantwortungslose Zurückhaltung der Politik in dieser wichtigen Frage über Leben und Tod."

An die 10 000 Menschen stünden auf der Warteliste, sagte Brysch weiter. Die Bereitschaft der Bevölkerung zur Organspende müsse wieder gefördert werden. "Für die Öffentlichkeit und die Patienten ist das ganze System weiter undurchsichtig. Die neue Bundesregierung muss endlich für Klarheit sorgen. Das Transplantationssystem gehört in staatliche Hände", so Brysch. Der Gesetzgeber müsse Verteilungskriterien selbst verbindlich festlegen und für Gerechtigkeit sorgen. "Nur so kann verlorenes Vertrauen bei der Bevölkerung zurückgewonnen werden."

Die Organspenden sind auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren gesunken. (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

In Deutschland gibt es"weder Hölle noch Paradies"

Die Lebensumstände in Deutschland sind weitgehend gleichwertig - gemessen an 53 Indikatoren, die etwa Gesundheit, Arbeit und Freizeit berücksichtigen, so der "Deutschland-Report". mehr »

Wenn Welten aufeinandertreffen

Die urologische Versorgung in Ghana findet nur sehr eingeschränkt statt. Der Verein "Die Ärzte für Afrika" unterstützt sechs Kliniken vor Ort – eine Herzensangelegenheit. mehr »

Schlaganfall im Schlaf – Wann ist Thrombolyse möglich?

Liegt der Symptombeginn bei Schlagfall einige Stunden zurück, kommt eine Thrombolyse eigentlich nicht infrage. Forschern ist es nun gelungen, Patienten für die Therapie auszuwählen, auch ohne den Zeitpunkt des Insults zu kennen. mehr »