Ärzte Zeitung online, 09.07.2018

Organspende-Studie

Doppelter Ansatz gefragt

Ein Kommentar von Rebekka Höhl

129a0210_7866768-P.jpg

Schreiben Sie dem Autor rebekka.hoehl@springer.com

Dass es höchste Zeit ist, politisch zu handeln, dürfte mittlerweile allen klar sein: Rund 10.000 Menschen warten in Deutschland derzeit auf ein Spenderorgan. Dem standen im vergangenen Jahr 797 Menschen gegenüber, die tatsächlich ihr Herz, ihre Lunge, Gewebe oder andere Organe gaben. Laut Deutscher Stiftung für Organtransplantation (DSO) ein historischer Tiefstand.

Doch reicht es, hier nur bei den potenziellen Spendern, also den Bürgern anzusetzen? Eine Studie von Forschern der Uniklinik Kiel findet eine deutliche Antwort: Nein.

Die Politik muss bei einer möglichen Änderung des Transplantationsgesetzes – und die hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ja in Aussicht gestellt – auch die Kliniken stärker in die Pflicht nehmen. Denn offenbar gibt es Schwachstellen beim Meldeverfahren.

Wenn innerhalb von fünf Jahren die Anzahl potenzieller Spender gestiegen ist, gleichzeitig aber die Zahl der organspendebezogenen Kontakte zur DSO abgenommen hat – und das beinhaltet mit den Jahren 2010 bis 2015 den Zeitraum des Organallokationsskandals – dann läuft etwas in den Klinikstrukturen und dem Meldeverfahren schief.

Hier muss mehr Vertrauensarbeit bei Ärzten geleistet werden, es braucht aber auch geeignete Kontrollverfahren.

Lesen Sie dazu auch:
Datenanalyse: Organspende - das Problem liegt am Meldewesen

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

"Manche Wortwahl irritiert mich sehr"

Gesundheitsminister Spahn wird wegen des TSVG von Ärzten kritisiert. Im Interview mit der "Ärzte Zeitung" betont er: Es wird mit Falschinformationen Stimmung gemacht. mehr »

Galenus-Gala 2018 – Das sind die Gewinner

Was zeichnet innovative Arzneimittelforschung aus? Vier Medikamente und eine Forschergruppe erhalten den Galenus-von-Pergamon-Preis 2018. Für beispielhaftes soziales Engagement wurde zudem der CharityAward verliehen. mehr »

Stammzelltherapie stoppt aggressive MS

Je früher, desto wirksamer – auch bei der autologen Stammzelltransplantation: Die Aktivität der Multiplen Sklerose lässt sich wohl komplett unterbinden, wenn die Methode als First-line-Therapie eingesetzt wird. mehr »