Ärzte Zeitung online, 19.12.2008

Pflegebedürftige Frau verdurstet und verhungert nach Tod des Sohnes

EDENKOBEN (dpa). Nach dem Tod eines 48 Jahre alten Mannes im pfälzischen Edenkoben ist dessen pflegebedürftige Mutter verhungert und verdurstet. Das hat eine Obduktion der Leichen ergeben, die am Mittwoch in einem Einfamilienhaus entdeckt worden waren.

Wie die Staatsanwaltschaft Landau und die Ludwigshafener Polizei am Donnerstag mitteilten, haben sich bei der Untersuchung der Toten keine Hinweise auf Gewalt ergeben. Die Toten hätten mindestens zehn Tage in dem Haus gelegen. Der genaue Todeszeitpunkt lasse sich nicht mehr klären.

Den Ermittlungen zufolge war der 48-Jährige infolge innerer Blutungen gestorben. Hintergrund sei eine Erkrankung. Seine bettlägerige Mutter sei danach nicht in der Lage gewesen, sich zu versorgen oder Hilfe zu holen. Sie sei an Unterkühlung, Austrocknung und Auszehrung gestorben. Mutter und Sohn hatten den Angaben zufolge gemeinsam in dem Haus gelebt. Nachbarn hatten die Polizei gerufen, weil sich in dem Haus seit geraumer Zeit nichts mehr gerührt hatte. Die Toten waren stark verwest.

Topics
Schlagworte
Pflege (5108)
Panorama (32403)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

In Deutschland gibt es"weder Hölle noch Paradies"

Die Lebensumstände in Deutschland sind weitgehend gleichwertig - gemessen an 53 Indikatoren, die etwa Gesundheit, Arbeit und Freizeit berücksichtigen, so der "Deutschland-Report". mehr »

Wenn Welten aufeinandertreffen

Die urologische Versorgung in Ghana findet nur sehr eingeschränkt statt. Der Verein "Die Ärzte für Afrika" unterstützt sechs Kliniken vor Ort – eine Herzensangelegenheit. mehr »

Schlaganfall im Schlaf – Wann ist Thrombolyse möglich?

Liegt der Symptombeginn bei Schlagfall einige Stunden zurück, kommt eine Thrombolyse eigentlich nicht infrage. Forschern ist es nun gelungen, Patienten für die Therapie auszuwählen, auch ohne den Zeitpunkt des Insults zu kennen. mehr »