Ärzte Zeitung, 04.09.2009

Hausarztteam im Heim kommt bei Patienten an

Modell in Mecklenburg-Vorpommern mit regelmäßigen Visiten / 90 Prozent der AOK-Patienten machen mit

SCHWERIN (di). Das Modell Pflegeheim Plus stößt bei den Einrichtungen und Ärzten in Mecklenburg-Vorpommern auf hohe Resonanz.

Rund 30 Einrichtungen im Land arbeiten bereits mit einem zweiköpfigen Hausärzteteam zusammen, das für die ärztliche Betreuung ihrer Bewohner verantwortlich ist. Damit wird vermieden, dass täglich andere Ärzte die Pflegeheime für Hausbesuche aufsuchen müssen.

Die ärztlichen Kooperationspartner bieten regelmäßige Visiten und einen Notdienst an. Vertragliche Grundlage ist eine Vereinbarung zwischen AOK, KV und Pflegeheim, die den niedergelassenen Ärzten außer der üblichen Versichertenpauschale bei diesem Modell eine zusätzliche Quartalspauschale in Höhe von 25 Euro je Bewohner bietet, unabhängig von einer Behandlung.

Die Patienten schreiben sich nach Auskunft der KV für dieses Modell in großer Zahl ein, weil ihnen damit verlässliche Termine für Visiten geboten werden. Die Quote der eingeschriebenen AOK-Patienten liegt bei über 90 Prozent. Für die Ärzteteams, von denen einige Vereinbarungen mit mehreren Heimen in ihrer Region haben, sind die Behandlungen gut zu organisieren. Die eingeschriebenen Patienten kommen entweder in einen Behandlungsraum im Heim oder warten, während der Arzt von Zimmer zu Zimmer geht.

Laut KV konnten anfängliche Probleme mit den behandelnden Ärzten vor Ort schnell ausgeräumt werden. Manchen von ihnen erleichtert das Modell die Arbeit, weil sie nicht mehr für einzelne Patienten Pflegeheime aufsuchen müssen. Außer den rund 30 schon beteiligten Einrichtungen sind sechs weitere Heime in Verhandlungen, um dem Modell ebenfalls beizutreten. Vergleichbare Modelle gibt es in anderen Bundesländern, etwa Hessen und Brandenburg.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Der kleine Unterschied ist größer als gedacht

Krankheiten verlaufen bei Männern und Frauen unterschiedlich, das ist bekannt. Die Gendermedizin deckt immer mehr die geschlechtsspezifischen Besonderheiten auf. mehr »

Prä-Op-Labor - Kein Einfluss auf den Bonus

Mit der Laborreform hat sich der Blick verstärkt auf das Prä-Op-Labor gerichtet. Das soll nicht auf die Laborkosten angerechnet werden. mehr »

So sieht die Gesundheitsversorgung in den 32 WM-Ländern aus

Bei der Fußball-WM in Russland sind die teilnehmenden Nationen mit hochkarätigen medizinischen Betreuerstäben am Start. Doch wie sieht es mit der Gesundheitsversorgung in der Heimat aus? mehr »