Ärzte Zeitung online, 21.10.2009

Genervter Altenpfleger versetzt Patienten ins Koma

FULDA (dpa). Weil er genervt war von seinem querschnittsgelähmten Patienten, hat ein Altenpfleger aus dem osthessischen Eiterfeld den Mann kurzerhand ins Koma versetzt. Das Landgericht Fulda verurteilte den 34-Jährigen am Dienstag zu anderthalb Jahren Haft auf Bewährung.

Der 58 Jahre alte Behinderte, der zu Hause rund um die Uhr von einem privaten Pflegedienst betreut wird, war im Juni 2008 wie auf Knopfdruck zwei Tage in einen komatösen Zustand gefallen. In seinem Blut fand sich eine Überdosis Diazepam.

Das Gericht berief sich bei seinem Urteil auf den medizinischen Gutachter. Der hatte den Zeitpunkt der Medikamentengabe auf etwa anderthalb Stunden vor dem Tiefschlaf geschätzt - als der Angeklagte Nachtschicht hatte.

Das Urteil entsprach dem Plädoyer des Staatsanwalts. Der Altenpfleger habe nach zwei durchwachten Nächten bei dem Patienten seine Ruhe haben wollen, sagte der Staatsanwalt. Dabei habe der Pfleger die Hilflosigkeit des Patienten hinterlistig ausgenutzt und das geleerte Medizinfläschchen später mit Wasser aufgefüllt, um die Tat zu vertuschen.

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