Ärzte Zeitung, 21.01.2010

Pflegereform sorgt für einen Boom bei Betreuungsdiensten

STUTTGART (mm). Die Reform der Pflegeversicherung im Juli 2008 hat in Baden-Württemberg offenbar zu einer Gründungswelle von Betreuungsgruppen und Häuslichen Betreuungsdiensten für Demenz-Patienten geführt. Nach Angaben der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg und der Techniker Krankenkasse (TK) ist seitdem die Zahl dieser Dienste von 341 auf 466 gestiegen, das entspricht einem Plus von 37 Prozent.

Mit der Reform 2008 wurde die "Pflegestufe 0" eingeführt. Vor allem demente Menschen, die noch nicht die Voraussetzungen für die Pflegestufe 1 erfüllen, aber beispielsweise häufig orientierungslos sind, profitieren von der Regelung. Sie erhalten nun für zusätzliche Betreuungsleistungen bis zu maximal 200 Euro monatlich von den Pflegekassen erstattet.

Bis zur Reform waren die Leistungen auf 460 Euro jährlich begrenzt. "Betreuungsgruppen entlasten pflegende Angehörige", sagte Sylvia Kern, Geschäftsführerin der Alzheimer Gesellschaft. Pflegekassen, Land und Kommunen fördern den Aufbau solcher Gruppen jährlich mit 6,4 Millionen Euro.

Topics
Schlagworte
Pflege (5436)
Demenz (2016)
Organisationen
TK (2520)
Krankheiten
Demenz (3312)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Mehr Handhygiene in der Kita – weniger Atemwegsinfekte

Handhygieneprogramme in Kitas, bei denen Desinfektionsmittel eingesetzt werden, tragen offenbar dazu bei, Atemwegsinfektionen bei unter Dreijährigen deutlich zu verringern. mehr »

Tipps zur COPD-Diagnostik

Viele COPD-Patienten werden als solche gar nicht erkannt, bei anderen wird die Diagnose vorschnell gefällt. Anlässlich des heutigen Welt-COPD-Tags erinnern wir an die neuen deutschen Leitlinien und grundlegende Änderungen. mehr »

Medikationspläne oft nicht genutzt

Medikationspläne – zumindest frei erstellte – verbessern die Arzneimittel-Therapiesicherheit wohl nicht wie erhofft. Das legt nun eine Studie der Uni Greifswald nahe. mehr »