Ärzte Zeitung, 30.06.2010

Finanzlöcher bei Pflegeversicherung werden größer

MOTZEN (sun). Neben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hat inzwischen auch die Soziale Pflegeversicherung ein Defizit angehäuft: Nach Angaben der Bundesbank verbuchten die Pflegekassen im ersten Quartal 2010 ein Minus von 56 Millionen Euro. Noch seien Reserven da, dieses Minus auszugleichen, sagte Gernot Kiefer, Vize-Chef des GKV-Spitzenverbandes, in Motzen bei Berlin. Ab dem Jahr 2012 werde es aber kritisch. Dann könne eine "strukturelle Lücke" von bis zu 300 Millionen Euro entstehen.

Die große Koalition hatte den Beitragssatz zur Pflegeversicherung 2008 auf 1,95 Prozent (für Kinderlose 2,2 Prozent) erhöht. Damals habe es geheißen, die Finanzlage sei bis 2014 sichergestellt, so Kiefer. Die Ausgaben stiegen allerdings durch ebenfalls beschlossene zusätzliche Leistungen "schneller als geplant". Sollte zudem der Begriff der Pflegebedürftigkeit erweitert werden, könnten auf die Pflegeversicherungen bis zu fünf Milliarden Euro Mehrkosten zukommen.

Topics
Schlagworte
Pflege (4783)
Krankenkassen (16766)
Organisationen
Bundesbank (158)
Personen
Gernot Kiefer (71)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »