Ärzte Zeitung online, 04.01.2011

Pflegeheime in Bayern hadern mit neuer Hygiene-Verordnung

MÜNCHEN (maw). Das Bayerische Gesundheitsministerium hat zum 1. Januar 2011 erstmalig eine Verordnung zur Krankenhaushygiene und Infektionsprävention in medizinischen Einrichtungen (MedHygVO) erlassen. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) wertet dies als die bundesweit strengste Verordnung ihrer Art.

Ursächlich für die verschärften Regeln seien laut bpa die immer wiederkehrenden Hygieneskandale in deutschen Krankenhäusern. Alten- und Pflegeheime müssen künftig laut bpa neben den bereits gelebten Hygienestandards, Hygienekommissionen bilden, um Hygienepläne zu erstellen.

Hannegret Neuwinger, Vorstandsmitglied des bpa Bayern und Einrichtungsträgerin, wehrt sich gegen die strengeren Auflagen: "Wir wollen und sollen Lebensqualität in den Pflegeeinrichtungen bieten und werden künftig geprüft wie Krankenhäuser. Es kann nicht sein, dass jetzt eine weitere Prüfinstanz für die Pflegeeinrichtungen installiert wird."

Neuwinger sieht vor allem die Kliniken in der Pflicht: "In erster Linie müssen doch die Krankenhäuser auf Einhaltung der Hygienevorschriften überprüft werden, nicht die Alten-und Pflegeheime, die in puncto Hygiene ihre Hausaufgaben auch bisher gemacht haben."

Die neue Regelung schieße über das Ziel hinaus, monierte Neuwinger. Sie berücksichtige nicht, dass jetzt auch noch Vorschriften für die Wohn- und Privatsphäre der Heimbewohner gemacht werden. "Die Selbstbestimmung und Selbstverantwortung der älteren Menschen steht im Vordergrund."

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