Ärzte Zeitung online, 05.01.2011

DGB erwartet deutlich teurere Pflege

BERLIN (dpa). Die Pflegeversicherung kommt nach Berechnungen des DGB deutlich teurer als von der Bundesregierung prognostiziert, wenn man die Demenzkranken berücksichtigt. Die Beitragsanhebung von 1,95 auf 2,1 Prozent im Jahre 2014 reiche dann nicht aus, sondern müsse um 0,35 Prozentpunkte höher ausfallen, berichtet die "Berliner Zeitung".

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach forderte in der "Berliner Zeitung" eine "solidarische Weiterentwicklung der Pflegeversicherung mit paritätischen Beiträgen und der Einbeziehung der privaten Pflegeversicherung".

In dieser integrierten Pflegeversicherung könnten die Milliardenüberschüsse der privaten Anbieter in einem ersten Schritt in den Finanzausgleich einbezogen werden. Außerdem sollten gesellschaftliche Aufgaben - wie die Sozialversicherungsbeiträge für pflegende Familienangehörige - über Steuern finanziert werden.

Buntenbach begrüßte die Absage der CSU an eine verpflichtende, individuelle und kapitalgedeckte Zusatzpolice, wie sie von der FDP gefordert wird. Diese könne den Bedarf nicht decken und wäre zudem sozial ungerecht. Eine private Zusatzversicherung wäre eine weitere Kopfpauschale, weil sie unabhängig vom Einkommen sei, sagte Buntenbach.

Topics
Schlagworte
Pflege (5323)
Personen
Annelie Buntenbach (51)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alltags-Chemikalien schaden dem Sperma

In einer Studie an Spermien haben Forscher schädliche Effekte von Alltagschemikalien festgestellt. Problematisch: Die Einzelstoffe potenzieren ihre Wirkung gegenseitig. mehr »

Nervenärzte schlagen Alarm

Der Spitzenverband ZNS ist besorgt: Die Versorgung von Demenz-, Parkinson- und Schlaganfallpatienten gerate in Gefahr, warnen die Nervenärzte. mehr »

Das läuft falsch bei der Diabetes-Vorsorge

Viele Versuche, Diabetes und Adipositas vorzubeugen, sind zum Scheitern verurteilt: Gesundheitstage an Schulen und eine Zuckersteuer gehören dazu. Diabetes-Experte Prof. Stephan Martin würde die Ressourcen anders verteilen. mehr »