Ärzte Zeitung, 09.02.2011

Nordosten: Mit Erfahrung vom Pflegehelfer zur Fachkraft?

SCHWERIN (di). Die CDU in Mecklenburg-Vorpommern will ungelernte Pflegekräfte besser integrieren, qualifizieren und damit langfristig in der Branche halten.

CDU-Sozialpolitiker Harry Glawe kündigte ein Landesprogramm an, mit dem das Potenzial der ungelernten Pflegehelfer im Nordosten besser genutzt werden soll.

"Sie alle müssen über eine fundierte Ausbildung als qualifizierter Pflegehelfer eine Perspektive und Chance auf spätere Tätigkeit als Pflegefachkraft erhalten", fordert Glawe.

Pflegehelfer soll danach künftig lediglich als Berufseinstieg betrachtet werden, verbunden mit der Option, nach einer zehnjährigen Berufstätigkeit wie eine Pflegefachkraft mit dreijähriger Ausbildung und absolviertem Examen arbeiten zu dürfen und bezahlt zu werden.

Glawe hält die lange Berufserfahrung für gleichwertig mit der formalen Ausbildung zur Fachkraft. "Der Pflegehelfer soll nicht erneut als Azubi im Pflegeheim anfangen müssen, sondern seine lange praktische Berufstätigkeit soll als Ausbildungsabschnitte angerechnet werden.", sagte Glawe. Theoretisches Wissen sollen sich die Pflegehelfer über berufsbegleitende Zusatzmodule aneignen.

Die Opposition zeigte sich skeptisch. "Aus Pflegehilfskräften lassen sich nicht so einfach Pflegefachkräfte machen. Nur entsprechend ausgebildete Fachkräfte dürfen Pflegebedürftigen Medikamente geben und alle Leistungen der häuslichen Krankenpflege erbringen", sagte die sozialpolitische Sprecherin der Linken, Irene Müller.

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