Ärzte Zeitung online, 01.05.2011

Rösler: Offener Arbeitsmarkt hilft der Pflege nicht

BERLIN (dpa). Die EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit wird den Fachkräfte-Mangel in der Pflegebranche nach Einschätzung von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) nicht beheben können.

Rösler: Offener Arbeitsmarkt hilft der Pflege nicht

Nachdenklicher Gesundheitsminister Rösler rechnet nicht mit einem großen Ansturm von osteuropäischen Pflegekräften.

© dpa

"Denn Fachkräfte aus Osteuropa suchen berufliche Perspektiven eher in anderen europäischen Ländern", sagte der Minister der Montagsausgabe des "Hamburger Abendblatt".

Zudem seien gerade in einem so sensiblen Bereich wie der Pflege auch Sprachbarrieren und kulturelle Hürden nicht zu unterschätzen, fügte Rösler hinzu.

Grundsätzlich rechnet der designierte FDP-Vorsitzende jedoch mit positiven Effekten der Freizügigkeit für den deutschen Arbeitsmarkt.

"Warnungen vor negativen Auswirkungen durch die Freizügigkeit sind unbegründet." Eine Verdrängungskonkurrenz für gering Qualifizierte oder eine Abwärtsspirale bei den Löhnen dürfe und werde es nicht geben."

Mindestlohn in der Pflege "nur eine Untergrenze"

Rösler forderte gegenüber dem Blatt, den Pflegeberuf in Deutschland zu stärken. Dazu zählten bessere Arbeitsbedingungen für das Pflegepersonal, eine stärkere gesellschaftliche Würdigung des Berufs, aber auch eine ausreichende Bezahlung.

"Der Mindestlohn in der Pflege kann nur eine Untergrenze sein." Dieser liegt bei 8,50 Euro pro Stunde im Westen und bei 7,50 Euro im Osten Deutschlands. Zum 1. Juli 2013 soll er auf neun und acht Euro steigen.

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