Ärzte Zeitung online, 16.05.2011

Bahr will pflegende Angehörige entlasten

DÜSSELDORF (eb/af). Der neue Gesundheitsminister Daniel Bahr will pflegende Angehörige künftig besser entlasten. "Sie sollen sich auch einmal eine Auszeit nehmen können, um wieder Kraft zu tanken", sagte der FDP-Politiker in der Montagsausgabe der "Rheinischen Post".

Mit der anstehenden Pflegereform wolle er "die Hausaufgaben machen, die eine alternde Bevölkerung mit sich bringt". Sein Amtsvorgänger und jetziger Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler hatte das Jahr 2011 zum "Jahr der Pflege" ausgerufen.

Bahr kündigte nun an, im Kern vor allem die Familien zu unterstützen. Der Staat könne Betreuung und Pflege nicht besser gewährleisten als die Familie, in der jeder so lange bleiben wolle, wie es gehe.

Den Anspruch auf 28 Tage "Ersatz- oder Verhinderungspflege" haben 2009 nach Angaben des GKV-Spitzenverbandes nur 33.779 Pflegebedürftige in Anspruch genommen. Insgesamt werden derzeit mehr als 1,6 Millionen Menschen zu Hause gepflegt. Geplant ist ferner, die Rentenansprüche der pflegenden Angehörigen zu erhöhen.

Als erstes großes Projekt steht laut Bahr aber das Versorgungsgesetz auf der Tagesordnung. "Wir werden dem drohenden Ärztemangel in der Fläche entgegenwirken und für attraktivere Bedingungen für die Gesundheitsberufe sorgen", so der Minister.

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