Ärzte Zeitung, 13.01.2012

Pflegeabi: Verband warnt vor höheren Hürden

BERLIN (fst). Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) wendet sich gegen den Vorschlag der EU-Kommission, die Schulbildung für die Krankenpflegeausbildung auf zwölf Jahre heraufzusetzen.

Die EU-Kommission begründet die geplante Novelle der Richtlinie mit dem Mangel an Arbeitskräften. Bernd Meurer, Präsident des bpa, nennt es um so unverständlicher, "dass mit dieser Richtlinie der Zugang zur Pflegeausbildung deutlich erschwert werden soll."

Der Verband fürchtet, dass sich der Fachkräftemangel noch verschärfen würde. Angesichts der geplanten Zusammenlegung von Alten- und Krankenpflege würden höhere schulische Voraussetzungen bedeuten, dass Altenpfleger nur noch werden kann, wer Abitur oder zwölf Jahre Schulbildung hat.

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Pflege (4802)
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Bernd Meurer (69)
[16.01.2012, 10:01:23]
Christof Oswald 
Pflegeabi aus Sicht des bpa
Nein, es haben sich noch nicht alle Arbeitgeberverbände, Politiker und sonstige "wirtschaftlich völlig unbeeinflusste Gruppen" zu diesem Thema geäußert. Die EU-Richtlinie, die als Voraussetzung für die mittlererweile schon z.T. auf Bachelorniveau laufenden Pflegeausbildungsgänge eine zwölfjährige Schulbildung oder deren Äquivalent festlegen wird, treibt diesen Leuten den Schweiß auf die Stirn. Entgegen ihrer gebetsmühlenartigen Beteuerungen, das Image der Pflege müsse verbessert werden, sind sie in den vergangenen Jahren stets bemüht gewesen die Qualität und damit auch die Kosten von Pflege abzusenken. Diese Rechnung ist in Deutschland aber nicht aufgegangen.

Die EU-trendwidrige Absenkung des Ausbildungszugangs auf Hauptschulniveau hat keinen Zuwachs an Auszubildenden gebracht. Wohl aber die Abkehr höherqualifizierter junger Menschen. Daher ist das Wehklagen einer von allen anderen EU-Ländern längst überholten Nation reflektorisch zwangsläufig, allerdings ebenso obsolet. Statt ohnehin sinnloser Appelle an die EU sollten wir unsere Energie endlich dazu nutzen eine der größten gesellschafts- und gesundheitspolitischen Herausforderungen anzugehen. Die Zeiten der Pflege"planung" der Absichtserklärungen und vor allem der konsequenten Ausgrenzung der Pflege von fachlichen und strukturpolitischen Entscheidungen müssen endlich vorbei sein. Ansonsten wünsche ich uns allen für kommenden Jahrzehnten bereits jetzt ein gemütliches kollelektives Dahinvegetieren im Alter, denn das wird dann unsere Realität sein - selbstverschuldet.

Christof Oswald, Gesundheits- und Krankenpfleger, Dipl. Pflegewirt (FH)
Nürnberg

Christof Oswald, Dipl. Pflegewirt(FH)
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