Ärzte Zeitung, 25.02.2012

Pflege ist mehr als "Hilfspersonal"

Wer den Fachkräftemangel angehen will, muss die Pflegeberufe aufwerten, und zwar auch finanziell, fordert ein Ökonom.

OFFENBACH (ine). Um den drohenden Fachkräftemangel in der Pflege abzufedern, muss das Image der Pflegeberufe aufgewertet werden, so der Gesundheitsökonom Professor Peter Oberender aus Bayreuth beim Rhein-Main-Zukunftskongress in Offenbach.

Dazu gehöre auch, die Pflegenden besser in die Hierarchie der Ärzte zu integrieren.

"Pflegepersonal ist nicht nur Hilfspersonal", kritisierte Oberender. Ein gutes Beispiel für eine Erweiterung des Tätigkeitsspektrums sei das Modellprojekt der Schwester Agnes in Mecklenburg-Vorpommern.

Um Pflegeberufe attraktiver zu machen, braucht es nach Meinung Oberenders auch höhere Gehälter. Damit schaffe man Motivationsanreize. Denkbar seien etwa die Aufteilung des Gehaltes in ein Fixum plus einem erfolgsabhängigen Honorar.

Der Gesundheitsökonom geht davon aus, dass bis 2020 bundesweit bis zu 140 000 Pflegekräfte fehlen werden. Derzeit werde zwar versucht, Fachkräfte aus Osteuropa zu rekrutieren.

Allerdings, so Oberender, sei dies keine dauerhafte Lösung. Im Osten würden die Löhne ebenfalls steigen. "Dann gehen die Fachkräfte wieder in die Heimatländer zurück."

Topics
Schlagworte
Pflege (5223)
Personen
Peter Oberender (31)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich
[27.02.2012, 17:20:40]
Dr. Birgit Bauer 
Pflegepersonal sind schon immer Fachkräfte, wenn kapiert das endlich auch die Politik !
Nicht der Import von Pflegekräften, der sowohl bei den Pat. , als auch in unserer Gesellschaft wieder erhebliche Integrationsprobleme mit sich bringt ist die Lösung, sondern tatsächlich Annerkennung des Pflegepersonals als Fachkräfte mit ihrem ureigensten Fachbereichen.
Als im Osten sozialisierte langjährig im Krankenhaus tätige ist es für mich völlig normal Schwestern und Pfleger als wertvolle Mitarbeiter anzuerkennen. Wann legen endlich die letzten Anhänger der "Halbgott in Weiß-Mentalität " ihre Standesdünkel ab !. Was wäre ein KH, oder eine Pflegeeinrichtung ohne die zuverlässigen, vor Ort jeden Tag die Pat. beobachtenden Pflegekräfte , die trotz immer mehr Zeitmangels wegen unsinnigem Büro-Kram versuchen den Pat. Halt zu geben. Was wären wir Ärzte ohne ihre verlässliche Zuarbeit , das sollte sich jeder mal fragen.
Viel Zeit wird mit der sinnlosen Rederei über längst fällige Veränderungen vergeudet.
M.f.G. B.Bauer zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Neue Hoffnung auf wirksame Alzheimer-Therapie

Lässt sich der Krankheitsverlauf bei Alzheimer mittels Antikörper doch bremsen? Erstmals deutet sich ein solcher Erfolg in einer größeren Studie an. Das weckt Hoffnungen. mehr »

Was die Datenschutz-Folgenabschätzung ist

Praxen, Kliniken und MVZ, die in großem Stil Patientendaten verarbeiten, müssen laut DSGVO eine Datenschutz-Folgenabschätzung absolvieren. Medizinrechtler erläutern, wie das geht und was das überhaupt ist. mehr »

Tele-Hausarzt horcht aus der Ferne ab

Dr. Rafael Walocha betreut als Tele-Hausarzt Bewohner eines Pflegeheims per Video. Dabei kann er die Patienten sogar elektronisch auskultieren. Arzt und Patienten sind begeistert. mehr »