Ärzte Zeitung online, 27.12.2013
 

Pflegeberufe

Laumann will gemeinsame Grundausbildung

"Eine für alle" - der neue Pflegebeauftragte der Bundesregierung ist kaum im Amt, da setzt er bereits Wegmarken: Er will eine gemeinsame Grundausbildung in der Pflege.

Laumann will gemeinsame Grundausbildung

Künftiger Pflegebeauftragte: Karl-Josef-Laumann.

© Federico Gambarini / dpa

DÜSSELDORF. Der künftige Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef-Laumann, hat sich für eine gemeinsame Grundausbildung der Pflegeberufe ausgesprochen. "Sinnvoll wäre eine gemeinsame Grundausbildung für alle Pflegeberufe - also etwa für Alten- und Krankenpfleger", sagte der CDU-Politiker den Medien der "WAZ-Gruppe" in Düsseldorf.

"Jeder Fachmann sagt, das gehört zusammen", sagte Laumann. Doch bisher scheiterten Reformen in den "Egoismen der Länder". Der Politiker hofft, dass eine gemeinsame Ausbildung den Wechsel von Pflegekräften etwa zwischen Kranken- und Altenpflege erleichtert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte Laumann im Rahmen der Regierungsbildung für das neue Amt des Beauftragten für Pflege, Patienten und Demografie berufen. Laumann soll diese Funktion als beamteter Staatssekretär beim Bundesgesundheitsministerium ausüben.

Fachleute hatten sich in der Vergangenheit wiederholt für eine Bündelung der Ausbildungsberufe in der Pflege ausgesprochen. So fordert etwa der Präsident des Deutschen Pflegerats (DPR), Andreas Westerfellhaus, eine Zusammenlegung von Kinder-, Alten- sowie Gesundheits- und Krankenpflege.

Der Vorschlag blieb allerdings nicht ohne Kritik. So war etwa der Deutsche Verband der Leitungskräfte von Alten- und Behinderteneinrichtungen (DVLAB) Ende 2012 aus dem Deutschen Pflegerat ausgetreten.

Und obwohl Bund und Länder sich seit zwei Jahren darin einig sind, eine "generalistische Pflegefachkraft" einzuführen, kam in der vergangenen Legislaturperiode kein Pflegeberufsgesetz zustande. (nös)

[30.12.2013, 10:05:11]
Marion Knorr 
Generalisierte Pflegefachkraft
Es ist typisch: anstatt das Besondere der jeweiligen Pflegeberufe zu fördern (Kinderpflege ist nicht gleich Altenpflege ist nicht gleich Krankenpflege!), soll nun "Pflege" in der Ausbildung als Konglomerat aller Bereiche zusamengeworfen werden. In der Ausbildung gibt es erhebliche Unterschiede, deswegen gibt es ja verschiedene Ausbildungen! Wieso sollte ein Altenpfleger oder eine Altenpflegerin Intensivmedizin, Erste Hilfe, oder gar Kinderkrankheiten lernen wenn er/sie das nie brauchen wird? Wieso sollte der Lehrplan in diesen Breichen für Kranken und Gesundheitspflegende schrumpfen, weil - wenn alles zusammen unterrichtet würde - vermutlich nur noch Basics für alle Pflegebreiche gelernt werden müssten? Das hieße, der Professionalitätsgrad in der Ausbildung könnte abnehmen.Deutschland hinkt Europaweit sowieso hinterher was Professionalisierung in der Pfege betrifft. Warum können Politer_innen nicht einsehen, dass Krankenpflege nicht ein Beruf ist, den JedeR kann, sondern dass hier spezialisiertes Know How erforderlich ist? Anderes als in der Altenpflege. Aber die Politik machts ja vor: Da werden Ministerien gewechselt unabhängig jeglicher Qualifikation. Da können - so die Botschaft der Politik - Altenpfeger_innen ja wohl auch mal auf die Kinderonkologie, kann ja so schwer nicht sein. Es tut weh an die Zukunft der Pflege zu denken! zum Beitrag »

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