Ihre Meinung ist gefragt: Machen Sie bei unserer Online-Umfrage mit!

Ärzte Zeitung online, 08.01.2014

Genesungsbegleiter

Ex-Patienten begleiten seelisch Kranke

Das Klinikum Bremerhaven Reinkenheide hat ehemals psychisch Kranke angestellt, damit sie anderen seelisch Erkrankten helfen. Denn die Genesungsbegleiter finden oft andere, ungewöhnlichere Wege zu den Patienten als Pfleger und Ärzte.

Von Christian Beneker

Ex-Patienten begleiten seelisch Kranke

Genesungsbegleiterin Henriette Heinitz spricht im Krankenhaus Reinkenheide mit einer Patientin.

© dpa

BREMEN. Betroffenheit heilt: Davon sind die Verantwortlichen des Zentrums für seelische Gesundheit am Klinikum Bremerhaven Reinkenheide überzeugt.

Nicht zuletzt deshalb hat die Klinikleitung 2010 als erste in Deutschland den Mut aufgebracht, ehemalige Patienten fest einzustellen - als Genesungsbegleiter.

Sie unterstützen die seelisch Erkrankten auf den Stationen aus einer praktischen und subjektiven Perspektive - erfolgreich, wie alle Beteiligten bezeugen.

Wissen aus eigener Erfahrung

"Ex-In" nennen sich die Genesungsbegleiter auch. Der Begriff kürzt die englische Bezeichnung "Experience Involvement" ab. Das bedeutet so viel wie: Aus eigenem Erleben und eigener Anschauung einzubringen, was Patienten fühlen, wie sie sich sehen und was sie wünschen.

Birgit Kowski ist eine von sechs Genesungsbegleitern im Bremerhavener Klinikum. "Ich-Wissen plus Ich-Wissen gibt Wir-Wissen", erklärt sie die gemeinsame Arbeit mit den Patienten.

Alle Begleiter kennen die seelischen Erschütterungen der Patienten aus dem eigenen Leben, wissen damit umzugehen.

"Unsere Aufgabe ist es, den Patienten den Weg von der Station wieder nach Hause aufzuzeigen", sagt sie, "auf diesem Genesungsweg sind wir diejenigen, die die Bedürfnisse der Patienten vertreten."

Heute haben rund 380 Menschen bundesweit eine solche Ex-In-Ausbildung gemacht. Sie arbeiten zum Beispiel in Beratungszentren.

Aber die Bremerhavener Klinik Reinkenheide war die erste, die Genesungsbegleiter fest auf dem regulären Arbeitsmarkt ohne Bezuschussung und als Teil des betreuenden Teams auf einer Station einstellte.

Patienten sehen: Gesundung ist möglich

2006/2007 fand in Bremen der Ausbildungskurs statt. "Da ging es zum Beispiel darum, wie wir unseren Erkrankungen einen Sinn geben können", sagt Kowski.

Mit welchen oft einfachen und banalen Maßnahmen die Genesungsbegleiter den Patienten weiterhelfen können, erfahren Sie, wenn Sie diesen Text exklusiv in unserer App-Ausgabe vom 8.1.2014 weiterlesen.

Jetzt auch auf Android lesen ...Jetzt gleich lesen ...

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Stress in der Arbeit, Demenz als Rentner?

Wer sich im Berufsleben sehr gestresst fühlt, baut als Rentner schneller geistig ab. Liegt das tatsächlich an den Arbeitsbedingungen? Forscher sind dieser Frage jetzt nachgegangen. mehr »

Weg mit dem Heilpraktikerberuf!

Die Abschaffung des Heilpraktikerberufes steht im Fokus eines aktuell publizierten Memorandums. Aufgestellt hat die Forderung der neu gegründete "Münsteraner Kreis" um die Medizinethikerin Prof. Bettina Schöne-Seifert. mehr »

Klinikärzte mahnen Diabetes-Screening an

Patienten mit Diabetes müssen länger im Krankenhaus bleiben und haben ein erhöhtes Risiko für Komplikationen. Tübinger Forscher kommen zu dem Ergebnis, dass ein Diabetes-Screening für über 50-Jährige sinnvoll ist. mehr »