Ärzte Zeitung, 04.08.2014
 

SPD-Vorschlag

Pflege-Auszeit auch für Freunde?

BERLIN. Die SPD im Bundestag setzt sich dafür ein, den Freistellungsanspruch für Pflegende stärker auszuweiten als bislang geplant. So sollten nicht nur Ehepartner und Kinder die bezahlte zehntägige Auszeit vom Beruf in Anspruch nehmen können, sondern auch Verwandte oder Freunde.

"Es sollten alle unterstützt werden, die bereit sind, füreinander Verantwortung zu übernehmen", sagte die SPD-Politikerin Carola Reimann der "Berliner Zeitung". Das gelte auch für Freunde und Nachbarn, vorausgesetzt, der Pflegebedürftige habe sie in einer Vollmacht oder Patientenverfügung dafür namentlich benannt.

"In Zeiten, in denen von der jungen Generation verlangt wird, für einen Job überall hinzugehen, spielen bei der Pflege stabile Netzwerke am Wohnort der Eltern eine immer wichtigere Rolle", sagte Reimann. Zudem gebe es immer mehr Pflegebedürftige ohne Kinder.

Die zehntägige bezahlte Auszeit vom Beruf ist in der ersten Stufe der Pflegereform geplant und soll am 1. Januar 2015 in Kraft treten. Die große Koalition erwägt Reimann zufolge darüber hinaus einen Rechtsanspruch auf eine unbezahlte Freistellung, wenn Angehörige im Sterben liegen. Details seien aber noch ungeklärt. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt.Einige Frauen schützt eine vaginale Hormonapplikation davor. mehr »

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie Multimorbidität

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »