Ärzte Zeitung online, 11.08.2014

Krankenhaus

Delegation bei der Pflege kann klappen

Bei der Pflege von Patienten im Krankenhaus kann es von Vorteil sein, wenn Ärzte Aufgaben an Pflegekräfte abtreten. Das geht aus dem Abschlussbericht über das rheinland-pfälzische Modellprojekt "Pflege im Krankenhaus" hervor.

Delegation bei der Pflege kann klappen

Alexander Schweitzer, Sozialminister in Rheinland-Pfalz, sieht die Ergebnisse des Modellprojekts "Pflege im Krankenhaus" positiv.

© Fredrik von Erichsen / dpa

MAINZ. Die Ergebnisse des dreijährigen Modellvorhabens zur Neuorganisation der Pflege in Krankenhäusern wird vom rheinland-pfälzischen Gesundheitsminister Alexander Schweitzer (SPD) positiv bewertet.

"Die Ergebnisse sollen den Krankenhäusern Mut für weitere Prozessverbesserungen und die Übertragung von Aufgaben zwischen den Berufsgruppen machen", kommentierte am Montag Schweitzer den Abschlussbericht des Modellvorhabens.

Die Gutachter unter der Leitung von Professorin Renate Stemmer von der Katholischen Hochschule Mainz empfehlen, die Übertragung von Aufgabenkomplexen auf Pflegefachpersonen weiterzuentwickeln, pflegeunterstützendes Personal zur Entlastung der Pflegefachkräfte einzusetzen.

Im Projekt habe sich vor allem "die Verbindung eines übergeordneten Versorgungsmanagements mit einer patientenbezogenen Pflege bewährt.

Drei Jahre lang haben das Westpfalzklinikum Kaiserslautern, das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier und das Verbundkrankenhaus Bernkastel-Wittlich Modellprojekte zum Versorgungsmanagement und zur Aufgabenneuverteilung zwischen Pflegepersonal und Ärzten umgesetzt.

Die Ergebnisse wurden wissenschaftlich evaluiert. Welche neuen Wege die Kliniken beschritten, wurde ihnen vom Gesundheitsministerium weitgehend freigestellt.

Neue Wege erprobt

So entschieden sich die beteiligten Stationen im Kaiserslauterner Westpfalzklinikum zum Beispiel, ärztliche Aufgaben beim Blutzuckermanagement oder bei der Gabe von Schmerzmitteln an Pflegekräfte zu delegieren.

Einen ähnlichen Weg schlug auch das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Trier ein. Hier wurden aber auch andere neue Wege erprobt.

Jeder Patient auf den teilnehmenden Stationen bekam eine Pflegekraft als persönlichen Ansprechpartner zur Seite gestellt. Diese sogenannte Bezugspflege hat auch das Verbundkrankenhaus Bernkastel/Wittlich getestet.

Die Klinik baute aber auch ein abteilungsbezogenes Versorgungsmanagement auf und setzte Schmerzexperten ein. Alle drei Krankenhäuser stellten außerdem Pflegeassistenten ein, um die Fachkräfte zu entlasten.In ihrem Abschlussbericht kommen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, "dass sich die Umstrukturierungen überwiegend als erfolgreich gezeigt haben".

Damit sehen die Forscher positive Erfahrungen in anderen Ländern bestätigt."Eine stärkere Verantwortung der Pflegeberufe, klare Kompetenzverteilung und eine verbesserte Kommunikation zwischen den Berufsgruppen führen zu einem stärkeren Selbstbewusstsein der Pflegenden", zieht Schweitzer ein positives Fazit.

Zudem habe der Bericht gezeigt, dass die durchschnittlichen Fallkosten sowie die durchschnittliche Verweildauer bei gleichbleibender Qualität und Patientenzufriedenheit deutlich hätten gesenkt werden können. (chb)

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[12.08.2014, 08:54:01]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
wichtig ist das Miteinander,
nicht das Gegeneinader dieser beiden Berufsgruppen.
Daran hapert es in Deutschland mehr als in jedem anderen Land, das ich kenne. zum Beitrag »

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