Ärzte Zeitung, 12.06.2015

NRW-Modellprojekte

Studiengänge in Pflegeberufen sind erfolgreich

Die Modellstudiengänge in Pflege- und Gesundheitsberufen sollten zum Regelangebot werden, heißt es in der Evaluation.

KÖLN. Die nordrhein-westfälischen Modellstudiengänge in Pflege- und Gesundheitsberufen sollten zum Regelangebot werden. Zu diesem Ergebnis kommt der Fachbeirat, der die wissenschaftliche Evaluation begleitet.

Das Gremium, in dem unter anderem Vertreter der Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe sitzen, schließt sich damit dem Votum der Wissenschaftler an.

In NRW gibt es elf Modellstudiengänge in Pflege, Hebammenkunde, Logopädie, Physiotherapie und Ergotherapie. Sie sind 2010 angelaufen und vorerst bis 2017 verlängert worden. "Der Fachbeirat sieht die Erprobung der Modellstudiengänge als erfolgreich an", heißt es in einer Stellungnahme.

"Die Ergebnisse der Evaluation dokumentieren, dass die Angehörigen der Pflegeberufe, der therapeutischen Gesundheitsberufe sowie die Hebammen und Entbindungspfleger, die eine Erstausbildung an einer Hochschule durchlaufen, über ein Kompetenzniveau verfügen, das zu einem erkennbaren ‚Mehrwert‘ führt", erläutert der Beirat.

Als Beispiele für den Mehrwert nennt er die Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse, die Reflektionsfähigkeit, die interprofessionelle Kompetenz und die Fähigkeit zur Fallsteuerung.

Die nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) sieht in der Akademisierung der Pflege- und Gesundheitsberufe einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Versorgungssystems.

"Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Bewertung unterstreichen, dass wir mit den Studiengängen einen Zuwachs an Kompetenz erreichen, den wir angesichts der immer komplexer werdenden Anforderungen an die Versorgung dringend brauchen."

Nach Steffens' Einschätzung haben die nordrhein-westfälischen Erfahrungen bundesweite Strahlkraft. "Für die vom Bund geplante Reform der Pflegeberufe liefert Nordrhein-Westfalen mit seinen Modellstudiengängen das Know-how, um neben der weiterhin wichtigen berufsständischen Ausbildung nun auch die hochschulische Ausbildung zu etablieren." (iss)

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