Ärzte Zeitung online, 18.11.2016

Pflegereform

Viele Versicherte uninformiert

MAINZ. Am 1. Januar 2017 wird die Minutenpflege von einer am Grad der Selbstständigkeit orientierten Einstufung abgelöst. Einer Umfrage der Techniker Kasse (TK) nach hat die Mehrheit der Menschen in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland davon bisher aber nur wenig mitbekommen.

56 Prozent gaben an, keine Kenntnis von den Neuerungen zu haben. 35 Prozent sagten, sie hätten davon gehört oder gelesen. Nur acht Prozent haben sich bereits aktiv informiert. Für die repräsentative Umfrage befragte Forsa im August 2016 insgesamt 1001 Menschen.

Zwei Drittel der Befragten gehen außerdem davon aus, für den Fall einer Pflegebedürftigkeit nicht ausreichend vorgesorgt zu haben.

Fast jeder zweite Befragte hat sich noch nicht mit der eigenen Absicherung im Fall von Pflegebedürftigkeit auseinandergesetzt. "Viele Rheinland-Pfälzer gehen dem Thema Pflegebedürftigkeit aus dem Weg", interpretiert die TK die Ergebnisse.

Zwar wüssten fast alle Befragten (98 Prozent), dass die gesetzliche Pflegeversicherung nur einen Teil der Aufwendungen deckt. Wie viel ein Heimplatz in der höchsten Pflegestufe tatsächlich durchschnittlich koste, schätzte jedoch nur knapp jeder Dritte (33 Prozent) korrekt ein.

Hauptgrund für diese mangelnde Vorsorge sind Kostengründe (60 Prozent). Vier von zehn Befragten (42 Prozent) verlassen sich zudem im Ernstfall darauf, dass Freunde oder Familienmitglieder einspringen. Darauf, dass der Staat im Notfall finanziell hilft, vertraut knapp ein Viertel (23 Prozent). (aze)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Resolution gegen DSGVO-Verunsicherung und Abmahn-Angst

Nach einer ersten Abmahnwelle in Bremen wächst bei Ärzten die Verunsicherung wegen der Datenschutzgrundverordnung. 60 Verbände und die KBV haben darauf nun reagiert. mehr »

Der kleine Unterschied ist größer als gedacht

Krankheiten verlaufen bei Männern und Frauen unterschiedlich, das ist bekannt. Die Gendermedizin deckt immer mehr die geschlechtsspezifischen Besonderheiten auf. mehr »

Neue Leitlinie stärkt medikamentöse ADHS-Therapie

In den neuen S3-Leitlinien zu ADHS wird die medikamentöse Therapie bei mittelschweren Symptomen gestärkt. Experten betonen aber, dass die Arzneien nur ein Teil eines umfassenden Therapiekonzepts sein dürfen. mehr »